profane Orte

Nach einer Anzahl von Beiträgen über 'spirituelle Orte' hier nun Beiträge über 'profane Orte'. Derunter versteht der Herausgeber von RePaLi Örtlichkeiten, welche gekennzeichnet sind durch herausragende 'profane' Bauwerke, Orte mit großer geschichtlicher Bedeutung oder sonst irgendwie erwähnenswerte Örtlichkeiten. 

Die Beiträge beginnen wiederum mit der interaktiven Google-Karte mit Kurzbeschreibung der darin enhaltenen 'profanen' Ort, gefolgt von ausführlicheren Beiträgen zu diesen Örtlichkeiten. Diese Beiträge sind in der Regel am Ende der Kurzbeschreibung verlinkt und rufen sie direkt auf der aktuellen Seite auf. Mit der zurück-Taste des Browsers geht es dann zurück zu allen 'profane Orte'-Beiträgen.

Befreiungshalle? Wer? Wann? Wovon?

kelheim450Vermutlich ist der Prozentsatz der Heutigen ziemlich groß, die kaum mehr ein Anhnung davon haben, warum König Ludwig I. im November 1836 die Idee hatte, mit einem riesigen Rundbau der Befreiungskriege 1813/15 vom napoleonischen Joch um die Wende zum 19. Jahrhundert zu gedenken. Bei der 'Leipziger Völkerschlacht' im Jahre 1813 stand Bayern schließlich auf der Seite der Gegner Napoleons: Zur Zeit Napoleons stand Bayern anfangs auf der Seite Frankreichs und konnte durch Säkularisation und Mediatisierung große Gebietsgewinne erreichen. 1806 erfolgte die Erhebung zum Königreich. Durch den rechtzeitigen Wechsel auf die Seite der Gegner Napoleons konnte Bayern auf dem Wiener Kongress 1814 als Siegermacht einen großen Teil der Gebietsgewinne behalten. Details hierzu aus:

Politische Geschichte Bayerns
Herausgegeben vom Haus der Bayerischen Geschichte
als Heft 9 der Hefte zur Bayerischen Geschichte und Kultur, 1989 - "Das Königreich Bayern"

Im Innenraum reichen sich 34 Siegesgöttinnen aus weißem Marmor, entworfen von Ludwig Schwanthaler, die Hände zu einem feierlichen Reigen. Sie stützen 17 vergoldete Schilde, die aus der Bronze eingeschmolzener Geschütze gefertigt sein sollen. Da die Beschaffung der großen Marmorblöcke aus Schlanders in Tirol bald Schwierigkeiten machte, konnten nur 6 Figuren aus diesem Stein geschaffen werden. Für die übrigen 28 Göttinnen wurde auf dem Wasserweg Marmor aus Carrara geholt und auf den Michelsberg transportiert.

 

 

Zur Grundsteinlegung am 19. Oktober 1842 erklang ein Chorgesang für vierstimmigen Männerchor, komponiert vom Königlich Bayerischen Hofkapellmeister Joseph Hartmann Stuntz. Den Text hatte der König selbst gedichtet, hier Strophe 1:

1. Heil Euch, wack’re Männer, muth’ge Krieger,
Die errungen Ihr den Heldenkranz,
Heil Euch, treue Teutsche, tapf’re Sieger!
Ewig währet Eurer Thaten Glanz.

Die Tonaufnahme entstand im März 2013 in der Hochschule für katholische Kirchenmusik für Musikpädagogik Regensburg. Die Sänger sind Mario Friedrich Eckmüller (Tenor I), Alexander Aigner (Tenor II), Ludwig Schwarztrauber (Bass I) und Stefan Baier (Bass II).

Bildschirmfoto 2019 03 07 um 18.40.01

Sehr beliebt sind immer wieder Schulauflüge oder Ferienunternehmungen zur Befreihungshalle, auch wenn es nicht einfach ist, heutigen Kindern - und auch Erwachsenen - die geschichtliche Bedeutung dieses imposanten Bauwerks zu erklären: "Den Teutschen Befreiungskämpfern - Ludwig I, König von Bayern". Vielleicht genügt es im 21. Jahrhundert, einfach die Schönheit des Platzes hoch über Donau und Altmühl zu genießen, und zwar mit der Ludwigsbahn: Link

Quellen: u.a. Bayerische Schlösser- und Seenverwaltung

Kontakt:

Befreiungshalle
Befreiungshallestraße 3 

93309 Kelheim 
09441 68207-0

Bay. Schlösserverwaltung: Link

Webseite Befreiungshalle: Link - mit Hinweisen zu Öffnungszeiten, Eintrittspreisen - auch über Kombikarte für Befreiungshalle, Schloss Prunn und Walhalla

 

 

Brucken

Ursprünglich anläßlich der Expo 2000 in Hannover errichtet gelang es den ehemaligen Regensburger Unternehmer Heribert Wirth, das Gebäude zu erwerben und in ein Parkgelände bei Wiesent zu translozieren. Dabei pflegte er sein ganzes Leben lang keine besonderen Beziehungen zu Asien. Als Chef eines weltweit tätigen Unternehmens für Gebäudetechnik in Regensburg hatte er immer zu viel zu tun, um sich mit fernöstlicher Kunst oder Philosophie auseinanderzusetzen. Erst als er seine Firma aus gesundheitlichen Gründen verkaufte und im Jahr 2000 die Expo in Hannover besuchte, knüpfte er Kontakte zu Nepalesen. Und kaufte ihnen ihren Pavillon ab. Bildschirmfoto 2019 03 09 um 15.30.22Heute wohnt er direkt neben der Attraktion und freut sich über jeden Besucher, fließt der Erlös der Eintrittsgelder doch an seine Stiftung „Wasser für die Welt“. (nach einem Interview in der MZ vom 3. Mai 2016)

Doch nicht nur der Pavillon vermag die Besucher aus der weiten Welt zu faszinieren, eine Wanderung durch die verschiedenen Themengärten wie der Schau- und Sichtungsgarten, der Himalayagarten, der China- und Kräutergarten und die unzähligen, die Gärten verbindenden Brücken und Wege kann ein wahrer Kraftquell für Leib und Seele sein.

Für den Leib bietet in den Öffnungszeiten der Anlage das Teehaus nepalesischen Tee und Kaffee sowie Gebäck an. Im Kiosk gibt es zahlreiche kunstgewerbliche Artikel aus Nepal und unserem Töpfer Mohan kann man über die Schulter schauen.

 

Am Pfingstmontag, 10.06.2019 und zu Maria Himmelfahrt, 15.08.2019 bietet die Regensburger Personenschifffahrt Klinger eine Schifffahrt von Regensburg nach Bach und Weiterfahrt per Bus zu uns zum Pavillon und zurück an.
Genauere Informationen finden Sie hier: www.schifffahrtklinger.de 

  

Nähere Informationen über dieses natürlich fremdartige Objekt oberhalb der Ortschaft Wiesent - aber sind Befreiungshalle und Walhalla eben auch in gewisser Hinsicht fremdartig? - gibt es auf der Webseite des Nepal Himalaya Parks, natürlich auf Wikipedia, auf Tripadvisor, und natürlich auf einem youtube-Film von susannesch66 mit an die 20.000 Aufrufen: Link und von TVA: Link

Die Wálhalla über der Donau

- Bild-Quelle: RVV Regensburg

WahlhallaRVVDieser  hoch über den Donau-Auen gelegene 'griechische Tempel' ist dem bayerischen König Ludwig I. (reg. 1825-1848) zu verdanken und ist eines der bedeutendsten deutschen Nationaldenkmäler des 19. Jahrhunderts.
Wálhall - mit Betonung auf der ersten Silbe: Wálhall - (oder Válhall, im Volksmund oftmals auch Wálhalla genannt) bezeichnet in der nordischen Mythologie das Ziel aller gefallenen Krieger, die sich als tapfer erwiesen hatten und in der Schlacht ihr Leben gelassen hatten. Von Göttervater Odin selbst auserwählt, fanden die mutigen Männer ihre letzte Ruhestätte in einer Halle in seinem in Asgard errichteten Schloss. Diese prächtige Halle, die den Einherjern zur letzten Ruhestätte wurde, befand sich in Odins Burg in Asgard, der Burg Gladsheim. Diese galt als die größte in Asgard errichtete Burg und diente dem Göttervater selbst als Wohnsitz. Den Vorstellungen des germanischen Götterglaubens entsprechend handelte es sich bei Walhall um eine überaus prunkvoll gestaltete Halle, deren Dach aus auf Speeren ruhenden Schilden bestand. Besonderes Augenmerk wurde vor allem auf die über 500 Tore gelegt, die aus der Halle führten: Jedes Einzelne von ihnen war so breit, dass achthundert Einherjer in einer Reihe hindurch schreiten konnten. Walhall war bewusst so konzipiert, damit die auserwählten Krieger bereits beim ersten Anzeichen der Götterdämmerung ausrücken könnten, um an der Seite Odins und im Kampf für ihn und sein Gefolge ein zweites und letztes Mal zu fallen. Zeitlich ist diese Mythologie der Wikingerzeit zuzurechnen, deren Beginn zumeist mit dem Angriff auf das Kloster Lindisfarne im englischen Northumberland im Jahr 793 n. Chr. gleichgesetzt. Von den ersten Kolonien in Großbritannien aus erweiterten die Wikinger fortan kontinuierlich ihr Einflussgebiet nach Island und Grönland. Der Erfolg der Wikinger gründete sich vor allem auf ihre Geschicklichkeit beim Segeln und ihre enormen Fertigkeiten im Schiffsbau, ihre Drachenschiffe waren schmaler, schneller und leichter als die Flotten aller anderen Europäer. Quelle: Link


Paestum BW 2013 05 17 15 01 57

Der von Ludwig I so bezeichnete Wálhall-Tempel wiederum orientiert sich an griechischen Vorbildern (ὁ ναός ho naós - „Wohnung“), etwa dem Poseidon- Tempel in Paestum:Dieser wurde aber etwa um 500 v. Chr. erbaut.

Dass Ludwig I. griechische und germanische Mythologie verband erklärt sich vielleicht aus mindestens 3 Quellen:

  • Die Zeit der Romantik, deren Motive sich aus das Schaurige, Unterbewusste, Fantastische, Leidenschaftliche, Individuelle, Gefühlvolle und Abenteuerliche sind, welche die Grenzen des Verstandes sprengen und erweitern sollten und sich gegen das bloße Nützlichkeitsdenken sowie die Industrialisierung richteten.
  • Die Verehrung Griechenlands, welche für Ludwig I. in seinem Sohn Otto gipfelte, der ja 1832 zum griechischen König gekrönt worden ist, aber kläglich gescheitert ist: siehe SZ-Magazin vom 28. Mai 2015.
  • Schließlich ist das Überleben dieser Faszination wohl auch Richard Wagner - welcher natürlich in der Walhalla mit Büste vertreten ist - zu verdanken, der im Ring der Nibelungen, in Lohengrin und Parzifall sowie Tristan und Isolde unsterbliche Kunstwerke geschaffen hat: Link.

Insgesamt ist es also verständlich und gerechtfertigt, dass der Freistaat Bayern in den Jahren 2004 bis 2015 gut 13 Mio Euro für die Sanierung "eines der wichtigsten Nationaldenkmäler unseres Landes und ein herausragendes Zeugnis klassizistischer Architektur des 19. Jahrhunderts" (Staatssekretär Bernd Sibler) investiert hat : Link.

Im marmornen Inneren dieses Bauwerks finden sich entlang der Wände die Büsten und Gedenktafeln der von Ludwig I. und seinen Beratern ausgewählten »Walhallagenossen« aufgereiht, eine Zusammenstellung der im 19. Jahrhundert als vorbildlich erachteten Herrscher, Feldherren, Wissenschaftler und Künstler. Seit 1962 werden die ursprünglich 96 Büsten in Abständen von fünf bis sieben Jahren wieder ergänzt. Die Auswahl erfolgt durch den bayerischen Ministerrat auf Empfehlung der Bayerischen Akademie der Wissenschaften.

Der darüber umlaufende Figurenfries Martin von Wagners entwirft eine ideale Geschichte der Germanen von den ersten Einwanderern bis zur Christianisierung im frühen Mittelalter.


Walhalla Innen BayTouristik

eine kleine Auswahl der marmomnen Köpfe:

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 uvam.

Aber:

Thomas Mann oder Bert Brecht sucht man vergeblich
Fast wortgleich nannte Bayerns Finanzminister Markus Söder jetzt 150 Jahre danach die Walhalla "ein Symbol für die nationale Einheit Deutschlands, für gemeinsame Identität, Sprache und Kultur". Thomas Mann, Bert Brecht, Heinrich Böll sucht man unter den 195 Marmorbüsten und Gedenktafeln freilich vergebens, kein einziger Schriftsteller des 20. Jahrhunderts ist in diesem Heiligtum deutscher Sprache und Geistesgeschichte vertreten. Immerhin sollte die kleine Frauenriege in der Walhalla in den nächsten Jahren um drei Marmorköpfe wachsen: Edith Stein, Karolina Gerhardinger – und Sophie Scholl, die unter all den Germanenhäuptlingen, Feldherren und greisen Gelehrten wie ein widerborstiger Teenager anmutet.

Die Kritik an der Personenauswahl wird immer stärker: Gefordert wird deshalb, entweder die Versammlung der steinernen Promis massiv zu aktualisieren oder statt des oberflächlichen Heldenkults aufgeklärte Museumspädagogik zu betreiben. Leichter gesagt als getan. In den Wandgalerien der Walhalla ist nur noch Platz für vier neue Büsten.
nach: Sonntagsblatt vom 30.10.2017 "Ruhmeshalle ohne Reformatoren - 175 Jahre Walhalla – Pathos, Peinlichkeiten, Possen" - von Christian Feldmann

zur Webseite der bay. Schlösserverwaltung - Walhalla: Link
Schifffahrten Regensburg - Donaustauf/Walhalla: Link
'ausnahmsweise' hier mal zur Google-Seite der Wálhalla: Link

 

 

 

Laufwasserkraftwerk Straubing - Windkraftanlage Wiesenfelden

Beitrag in Arbeit

Vorbemerkung:

Eigentlich sollte dies nur ein Beitrag über die Schleuse und das Laufwasserkraftwerk Straubing werden, allerdings schon mit einem weiten Blick auf die Probleme der Versorgung der Bevölkerung mit elektrischer Energie. Aber schon  Gespräche mit dem Initiator des Himalaya Nepal Parks - Heribert Wirth - weitete den Blick auf ein Land, für das sich Wirth seit vielen Jahren vorbildlich engagiert. Die Entwicklung dieses Landes am Südrand des Himalaya kostet Geld - und Energie, möglichst umweltverträglich erzeugt. Elektrische Energie aus Wasserkraftwerk ist i. d. R. umweltfreundlich, außer es beeinträchtigt oder zerstört sogar natürliche Lebensgrundlagen - wie etwa ein Staudamm im Himalaya:

Die indische Firma GMR darf in Nepal ein riesiges Wasserkraftwerk bauen. Es sei das erste Mal, dass ein Privatunternehmen den Zuschlag für ein solches Vorhaben erhalten habe, sagte Nepals stellvertretender Premierminister Bam Dev Gautam. Der Vertrag wurde vor dem Wochenende unterzeichnet.
Das Bauprojekt ist mit umfangreichen Gegenleistungen verbunden: Nepal bekommt den Vertragsbedingungen zufolge zwölf Prozent der erzeugten Energie umsonst. Das Entwicklungsland leidet derzeit unter massiven Stromausfällen, die das Land regelmäßig für halbe Tage komplett lahmlegt.
Beobachter sehen das Vorhaben kritisch: Ein Dammbau ist generell mit erheblichen Eingriffen in die Umwelt verbunden. In einem Land wie Nepal, in denen Bauland aufgrund der gebirgigen Lage nur begrenzt zur Verfügung steht, dürften solche Großprojekte nicht ohne umfangreiche Umsiedlungsmaßnahmen zu realisieren sein. Die Fertigstellung ist für 2020 geplant.

Quelle: ntv vom 21. September 2014

Schließlich wurde aber dieser Beitrag der "Stromerzeugung" durch fließendes Wasser auf "Stromerzeugung" vermöge strömender Luft durch das Windkraftwerk über dem Schiederhof bei Wiesenfelden erweitert. Dabei ist "Erzeugung" physikalisch gesehen ja völlig falsch, denn elektrische Energie gewinnt man durch Wandlung von kinetischer Energie in eben diese. Beginnen wir mit

Schleuse und Laufwasserkraftwerk Straubing

Das kleine youtube-Filmchen verschafft mal erste Eindrücke. ... Obwohl der Donau-Ausbau in Niederbayern höchst umstritten war und ist: Gestritten wurde und wird darum, ob das 'letzte Stück frei fließende Donau' zwischen Straubing und Vilshofen Schifffahrtsinteressen geopfert werden soll: Link1 und Link2, soll hier zuerst mal die Technologie der Energieumwandlung von kinetischer bzw. potentieller Energie fließenden Wassers in elektrische Energie dargestellen. Weiteres demnächst...

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 Bild: Kaplan-Turbine des Wasserkraftwerkes Straubing, derzeit - 2019 - betrieben von UNIPER.

Zwar gibt es eine große Anzahl von Animationen, welche diese Energieumwandlung veranschaulichen, etwa Link1, Link2 oder vam, aber ein Besuch vor Ort ist immer noch ein Erlebnis, auch wenn UNIPER keine Besichtigungen des Kraftwerks mehr durchführt.

Bei etwas Geduld kann man dann auch eine Schleusung erleben, vollautomatisch gesteuert. Auch eine Besichtigung des Schleusenturms ist also nicht mehr möglich.

Die 'Nixe' des Bildhauers Hans Rieser zum Beispiel ist schon einen Besuch wert!

Bildquelle: Wikipedia

HansRieserSkulptur Kraftwerk Straubing

Wenn man dann den Blick wieder von der Nixe abwendet, dürfen schon einige Gedanken durch den Kopf gehen, zum Beipiel zum Erbauer RMD und zum aktuellen Betreiber Uniper, oder zu folgenden Fragen:

  1. Wie viel Energie entnimmt die Turbine der fließenden Donau und wie viel elektrische Energie wird dann in das Stromnetz eingespeist?
  2. Wie viele Haushalte kann man damit versorgen?
  3. Welche Wasserstände sind für die "Stromerzeugung" günstiger? Hochwasser oder Niedrigwasser?
  4. Ist die "Fischtreppe" tatsächlich für Fische 'begehbar'?
  5. ...

  1. Die Antwort auf diese Frage erfordert ein paar Daten und ein paar einfachere Rechnungen:
    Durch jede Turbine stürzen als "Ausbauwassermenge" pro Sekunde 167 Kubikmeter Wasser. Die Fallhöhe varriert natürlich und wird gem. Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes mit gut 5 m angegeben. Das stürzende Wasser verliert also potentielle Energie. Die kinetische Energie der fließenden Donauwassers kann wohl außer Acht gelassen werden, wenn als das Kraftwerk eigentlich kein Lauf-Wasserkraftwerk ist, sondern eher ein "Wasserfall"-Kraftwerk. 
    Diese errechnet sich als eine Engpassleistung von ca 24 MW - bei völlig unrealistischen Wirkungsgrad von 100 %. Wikipedia nennt 21.5 MW, also ist obige Abschätzung durchaus nachvollziebar. Die maximal  jährlich eingespeiste elektrische Energie wäre dann E = 1,65 Millionen kWh. Der Erbauer der Anlage nennt als Regelarbeitsvermögen pro Jahr 145 Millionen kWh, damit wäre der errechnete Wert um einen Faktor 1,14 zu hoch. Aber: die Zehnerpotenz stimmt!
    Dass diese Rechnungen mittels Maxima eher Milchmädchenrechnung sind, ist dem Verfasser des Beitrags natürlich bewusst. Aber solche Abschätzungen - Link - sind eine gute Fingerübungen zu Leistung- und Energieberechnungen mithilfe eines CAS, hier dem freien Maxima, Leib- und Magen-CAS zu Dienst-Zeiten des Verfassers !
  2. Auf der Infotafel beim Kraftwerk steht, dass mit dieser Energie "eine Stadt wie Deggendorf" mit elektrischer Energie zu versorgen ist: 
    1995 - da ging das Kraftwerk ans Netz - hatte Deggendorf etwa 30.000 Einwohner (2019: Hauptwohnung: 33.851 und Nebenwohnung: 3.164). Für einen 3-Personen-Haushalt rechnet man mit ca 3500 kWh = 3.5 MWh. Also 'verbrauchen' die Einwohner von DEG geschätzt 3.5*10.000 = 35 Tsd MWh = 35 Millionen kWh, also etwa ein Drittel der Energie. Der Rest von 145 Mio kWh geht dann wohl in Handwerk, Industrie, öffentlicher Verbrauch uvam. Auch diese Abschätzung könnte nicht völlig falsch sein.
    Anmerkung: Dass von der RMD ausgerechnet Deggendorf als Bezugsgröße gewählt wurde musste die Straubinger schon schmerzen, hatte doch Deggendorf im Jahr der Fertigstellen des Kraftwerks den Zuschlag der FH DEG erhalten. Dieser von Straubing als Makel empfundene Verwaltungsakt der bay. Staatsregierung wurde erst 2018 durch Erhebung zur "Universitätsstadt" geheilt. (Quelle: Dr. Rudolf Hanisch - Silicon Valley BAYERN, S. 186 - Verlag Attenkofer) 
  3. Die in Punkt 2 genannte Fallhöhe geht von einer Oberwasserhöhe von 320 m ü. NN aus. Diese Höhe wird durch die Einstellung der "Kappen" auch bei Hochwasser sehr präzise eingehalten - siehe Filmbeitrag hier in RePaLi. Allerdings ist der Unterwasserpegel praktisch nicht beeinflussbar. Er schwankt ziemlich gewaltig zwischen den in Punkt 1 zugrunde gelegten 315 m und betrug etwa beim Märzhochwasser 2019 etwa 316 m ü. NN. Damit war die Fallhöhe nur mehr 4 m, und beim Jahrhunderthochwasser 2013 sogar 319 m ü. NN. Da konnte das Kraftwerk kaum mehr elektrische Energie liefern. Also: Für die Energie-'Erzeugung' ist Niedrigwasser von Vorteil, etwa im Jahrhundertsommer 2018 mit ca 312 m ü. NN!
  4. Fischtreppe? Was so unscheinbar daher kommt als "Treppe für Fische" beleuchtet ganz exemplarisch die ökologischen Probleme solcher Laufwasserkraftwerke. Zwar wandern in der Donau keine Lachse vom Schwarzen Meer in Laichgründe im Schwarzwald hoch, aber dennoch erfordert die Errichtung eines Laufwasserkratwerkes das Aufstauen eines Flusses, damit eine Schleuse und damit auch Vorrichtungen, dass "Lebewesen" auch ohne "Schleusung" donauauf- und auch donauabwärst sich bewegen können. Dass die Turbinen für Fische völlig unzugänglich sein müssen versteht sich von selbst.
    Darüber hinaus gibt es natürlich bei diesen Ausbaumaßnahmen eine ganze Menge von Eingriffen in die Ökologie eines Flussabschnitts, und es ist nicht einfach, dabei ein Gleichgewicht zwischen Ökololgie und Ökonomie herzustellen:
    Bildschirmfoto 2019 03 23 um 20.36.36
    Dieser Film vom Dezember 2011 stellt Ausbauvarianten der Donau zwischen Straubing und Vilshofen vor. Am Am 27. Februar 2013 hat das Bayerische Kabinett für einen sanften Donauausbau zwischen Straubing und Vilshofen entschieden: Link

Ökolgisch unbedenklicher scheint aber doch eine Windkraftanlage zu sein. Aber auch da sorgt die sogenannte 10H-Regelung für Streit - siehe unten ...

 

 

 

Windkraftwerk Wiesenfelden

Wanderwege Schiederhof - Häuslstraße: Link auf die Karte!

Einer der Streitpunkte ist die befürchtete "Verspargelung der Landschaft". Die Seehofersche "10H - Regelung: Link" sollte da beruhigend wirken. Weitere Kritikpunkte sind Einflüsse auf die Gesundheit von Anliegern und Schäden für Fauna und Flora.

Aber zuerst einige technische Daten (vgl. oben zum Kraftwerk Straubing):

  1. Betreiberin: Windpark Schiederhof GmbH & Co. KG -  Ostwind
  2. technische Daten?
    Generatoren: 2 Vestas V136
    Nabenhöhe: 149 m
    Rotordurch­messer: 136 m
    Inbetrieb­nahme: 2018
    CO2-Einsparung: 10.000 t
  3. Wie viel Energie entnimmt die Turbine der strömenden Luft und wie viel elektrische Energie wird dann in das Stromnetz eingespeist?
    Ostwind gibt als Leistung und Energieeinspeisung an: 3,6 MW pro Generator, also insgesamt 7,2 MW also ein Jahresertrag von 15 MWh und - damit - versorgte Haushalte: 5000 bei 3000 kWh/Jahr
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  4. DSC 0634

    Einfluss der Windverhältnisse? Die Luft im Luftkurort Wiesenfelden strömt natürlich wesentlich unregelmäßiger als das Donauwasser bei Straubing fließt. Einige Daten hierzu:
    Windanlagen werden üblicherweise bei einer Windgeschwindigkeit von 3 m/s (2 Beaufort = schwacher Wind) eingeschaltet und bei 22,5 m/s (9 Beaufort = Sturm) ausgeschaltet - also fixiert, wieder eingeschaltet bei 20 m/s. Die Rotoren werden dabei in einem gewissen Bereich nach dem Wind ausgerichtet. Schließlich ist die Berechnung des "Regelarbeitsvermögens" einer Windkraftanlage deutlich komplizierter als die des Laufwasserkraftwerks Straubing: s.o.

  5. 220px Dynamo.pul.gleich.wiki.v.1.00Nicht nur die unterschiedlichen Windverhältnisse machen es erforderlich, die Generatoren als Gleichstromgeneratoren zu betreiben. Die den Stromfluss verursachende Gleichspannung wird dann elektronisch auf die bei uns üblichen 50 Hz "zerhackt".

    Details demnächst ...

  6. DSC 0639 Kopie Warum sind die Anlagen beim Schiederhof auch aus dem Donautal so gut sichtbar?
    Die beiden Windräder mit einer Nabenhöhe von 146 m und einer Rotorflügellänge von 68 m ragen zusammen also 214 m in die Höhe. Die Höhenlage des Schiederhofes - 652 m ü. NN - beträgt gut 300 m über der Donau, also durchaus vergleichbar - siehe Bild nebenan. Mit einem Klick kann des Bild auch größer auf den Bildschirm geladen werden.

  7. Die Seehofersche 10H - Regelung war eine Reaktion auf Proteste von Anwohnern. Wie war die Situation in Wiesenfelden?
    In der Planungs- und Bauphase betrieb Ostwind eine Facebookseite. Höchst erfreulich - so die Planer und Erbauer der Anlage - war es, wie positiv die Bevölkerung diese Anlage zur "Erzeugung" erneuerbarer Energie aufgenommen hat. Bürgermeister Drexler von Wiesenfelden sieht etwas differenzierte, aber auch er stellte eine große Akzeptanz der Anlage in der Bevölkerung Wiesenfeldens fest. Der Gemeinderat Wiesenfelden erteilte nach seiner Aussage mit deutlicher Mehrheit das Einvernehmen.

 

Panoramatafel Oberalteich

SchautafelOAlteich KopieBei Flusskilometer ca 2312, südlich von Oberalteich, direkt am Donauradweg, informiert eine von Hermann Mayer und Franz-Xaver Six erstellte Panorama-Tafel über "Sechzehn-Tausender" des bay. Waldes, das Überbleibsel der ehemals bis zu 5000 m hohen böhmischen Masse, einem Teil der sog. Variszischen Gebirgsbildung vor etwa 300 Mio Jahren, einer Gebirgsbildungsphase in der jüngeren Hälfte des Paläozoikums. Im engeren Sinne bezeichnet "variszisch" die gebirgsbildenden Vorgänge bei der Kollision der Urkontinente Gondwana und Laurussia im heutigen Mittel-, West- und Südwesteuropa, im Osten Nordamerikas und im Westen Nordafrikas.

 

Die Bildfolge hier zeigt einen  Bereich vom Gallnerberg bis kurz vorm Bogenberg von West nach Ost:

Vordergrund:

Polder Parkstetten/Reibersdorf*: Sie stehen hier am linken Ufer der Donau und unmittelbar vor Ihren Augen breitet sich ein großes Poldergebiet aus, eine Momentaufnahme dessen, was in den letzten ca. 12 000 Jahren durch ständige Flussverlagerungen der Donau entstanden ist. Immer noch lassen sich alte Rinnsale der einstigen Donauarme, die ehemaligen Bachläufe der alten Kinsach (Auwaldreste) und der Mehnach sowie die verschiedenen Ablagerungsterrassen im kilometerbreiten Donautal erkennen. Vor dem Bau der Schutzdämme (ab 1936) wurde das gesamte Areal bei zahlreichen großen Hochwasserereignissen meterhoch überflutet (z.B. beim katastrophalen Winterhochwasser 1845). Zudem schoben immer wieder gewaltige Eisstöße ihre Eismassen weit ins Landesinnere und zerstörten alles, was sich ihnen in den Weg stellte. Bei dem verheerenden Hochwasser im Juni 2013 drohten auch hier die Dämme zu brechen, deshalb ist es notwendig, der eingeschnürten Donau durch Deichrückverlegungen und ggf. Flutung der Poldergebiete wieder mehr Ausdehnungsraum zu geben, um die Hochwasserscheitel für donauabwärts liegende Orte abzusenken. Auch die um 1080 vom Regensburger Domvogt Friedrich II gegründete, 1803 säkularisierte Benediktinerabtei Oberalteich1) (Spätrenaissancekirche von 1630 mit herrlicher Barockausstattung) wurde immer wieder von zerstörerischen Überflutungen und Eisstößen heimgesucht (1342 furchterregendes Magdalenenhochwasser), so dass ab 1343, auf Geheiß des Kaisers Ludwig (1282 – 1347), die Umleitung eines Donauarmes weg von der Klosteranlage nach Süden erfolgte. Trotz des waghalsigen Unternehmens für die damalige Zeit blieb das Kloster nicht von späteren Überschwemmungen verschont.

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 Mittelteil:

Donaurandbruch: Diese Störungslinie bildet die Grenze zwischen dem Bayerischen Wald und der Donauebene. Sie ist eine der bedeutendsten Bruchlinien in der Erdkruste Mitteleuropas, an der eine beeindruckende Erdgeschichte geschrieben wurde. Gewaltige Kräfte hoben hier bereits vor ca. 350 Mio. Jahren das Grundgebirge des Bayerischen Waldes zu einem Hochgebirge empor. Vor erdgeschichtlich „jungen“ 70 Millionen Jahren, gegen Ende der Kreidezeit, als die Hebung der Alpen begann, wurde dieses zwischenzeitlich fast eingeebnete Grundgebirge erneut angehoben und bildete den heutigen Bayerischen Wald. Das Gebiet zwischen den sich heraushebenden Alpen und der Donau sank tief ab. Hier hat sich eine gewaltige Höhenverschiebung (Verwerfung) verschiedener Teile der Erdkruste um mindestens 1300 m vollzogen. Der abgesunkene Bereich, das sog. Molassebecken (Molasse lat. „gemahlen“) zwischen dem Bayerischen Wald und den Alpen wurde im Laufe der Zeit von über tausend Metern mächtiger tertiärer Meeres- und Süßwasserablagerungen (Verwitterungsschutt aus den Alpen und dem Bayer. Wald) aufgefüllt. Diese wurden im Quartär, dem sog. Eiszeitalter der vergangenen 2,6 Mio. Jahre, wiederum von Flussgeröllen und -sanden bis zu fünfzig Meter hoch überschottert.

Bogenberg:

Der „Heilige Berg Niederbayerns“ kann eine beachtliche historische Vergangenheit aufweisen. Seit der Jungsteinzeit lässt sich auf seinem Bergrücken eine Besiedlung nachweisen. Sowohl als mittelalterlicher Herrensitz der mächtigen Grafen von Bogen (Herkunft des Bayerischen Rautenwappens 1204) als auch als ältester, der Legende nach im Jahre 1104 gegründeter und lange Zeit größter marianischer Wallfahrtsort ging er in die Geschichte ein. Weit über die Grenzen hinaus bekannt ist die Holzkirchener Kerzenwallfahrt. Nach einem zweitägigen Fußmarsch tragen kräftige Männer die 13 m lange Kerze (mit Wachs umwickelter Fichtenstamm) stehend zur Marienverehrung in der Wallfahrtskirche hoch.
Die steilen Hänge an der Süd- und Westseite des Bogenberges, die durch die Erosionstätigkeit der Donau als Prallhänge herauspräpariert wurden, formen sein einzigartiges Erscheinungsbild. Auffällig zerbrochenes und aufgeriebenes metamorphes Gestein (sog. Mylonit, Ausgangsgestein z.B. Perlgneis) baut an dieser Störungslinie fast den gesamten Berg auf. Hier herrschen aufgrund der Steilheit extreme klimatische Bedingungen. Starke Sonneneinstrahlung, häufige Winde, große Trockenheit, Nährstoffarmut, strenger Frost und sommerliche Hitze führen z.T. zu einer hochspezialisierten Tier- und Pflanzenwelt.

Hintergrund:

Vorderer Bayerischer Wald: Den Übergang vom Donautal zum Vorderen Bayer. Wald bilden die sanften Hügel und Bergkuppen des sog. Vorwaldes (Großlintach, Hl. Kreuz). Recht markant erscheint uns der Höhenunterschied von ca. 800 m auf wenigen Kilometern zwischen der Donauebene (Standort 315 m ü. NN) und den höchsten Gipfeln des Vorderen Bayerischen Waldes (Einödriegel 1122 m ü. NN). Dieser grenzt sich durch den Pfahl (Aufbruchspalte einer geolog. Störungszone), der auf ca. 150 km die Erdkruste durchschneidet, und das tief eingeschnittene Regental vom Hinteren Bayerischen Wald (Arber 1456 m) ab. Während der Eiszeit waren die höchsten Erhebungen dieses Mittelgebirges von Gletschereis bedeckt und noch heute gibt es Gletscherseen (z.B. Großer und Kleiner Arbersee) und Moränenwälle. Der Bayerische Wald gehört zur Böhmischen Masse (kristallines Gestein, Granit, Gneis) und zählt neben dem Schwarzwald und den Vogesen zu den alten (Erdaltertum vor über 300 Mio. Jahren) Gebirgsmassiven, deren stark erodierter und abgetragener Rest sich unserem Auge erschließt. Kaum vorstellbar, das heutige Mittelgebirge war im Laufe von vielen Millionen Jahren bereits einmal Hochgebirge mit mehr als 5 000 m Höhe, andererseits war es vor der neuerlichen Hebung in den letzten 70 Mio. Jahren aber auch schon fast ganz eingeebnet.

Blick über den Donaudamm:

OstWestPanorama Bogenberg Kinsachmundung PanoAufnahme Kopie2 Kopie

Gegenüber, am rechten Donauufer erkennen Sie die Kräne und Gebäude des jüngsten bayerischen Donauhafens (Eröffnung 1996) Straubing-Sand. Südlich des neuen Umschlagszentrums schließt unmittelbar der Gäuboden, das größte Lössbodengebiet Bayerns (auch als Dungau bezeichnet) an. Während der letzten Eiszeit wehten Stürme aus vegetationsarmen Landschaften im Vorfeld der Gletscher viel kalkhaltigen Staub an, woraus sich dann eine bis zu sechs Meter dicke Löss-Schicht bildete. Wegen des sehr fruchtbaren Bodens wird dieser Landstrich die Kornkammer Bayerns genannt.
Gauboden

Ausdehnung: Die Breite des Gäubodens beträgt rund 15 km vom Fuße des Bayerischen Waldes bis zum tertiären Hügelland im Süden bei Landau. Längs der Donau erstreckt sich der Gäuboden von unterhalb Regensburgs bis zur Pleintinger Enge (Durchbruchstal der Donau bei Vilshofen) auf eine Länge von ca. 90 km mit Straubing als Zentrum. Vom Bogenberg haben Sie auf diese Landschaft eine herrliche Aussicht.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Donau:

UrdonauV2

 

Die Donau ist der einzige große Fluss Europas, der von West nach Ost fließt. Faszinierend ist ihre Entstehungsgeschichte. Je nachdem, in welche Richtung das Alpenvorland bei der Hebung der Alpen nach Osten oder nach Westen kippte, passte sich die Donau an und änderte ihre Fließrichtung. Selbst die Ur-Aare, die obere Rhone und der heutige Alpen-Rhein waren einst Quellflüsse des Donausystems. Ähnlich einem Fischgrätmuster strömten der Urdonau die Gewässer von Nord (z.B. der Ur-Main, der Ur-Neckar) und Süd zu.Als vor ca. 1 Mio. Jahren der Rhein entstand (Oberrheingrabenbruch), wurden ihr die westlichen Einzugsgebiete entzogen und die Gewässer flossen dem Rhein zu. Selbst heute noch gibt die junge Donau an etwa 155 Tagen ihr ganzes Wasser über die Donauversinkung bei Immendingen (unterirdische „Schwarze Donau“) durch die Aachquelle (Aachtopf, wasserreichste Karstquelle Deutschlands) an den Bodensee und somit an den Rhein ab.

donaudurchbruch 13Mehr als 2 Mio. Jahre durchfloss die Urdonau als sog. Altmühl-Donau das Wellheimer Trockental und das Altmühltal. Seit etwa 80 000 Jahren nimmt nun die Donau den kürzeren Weg durch die bereits von Nebenflüssen der früheren Altmühl-Donau vorgeformte Weltenburger Enge.

 

Nimmt man bei den unterschiedlichen Quellendefinitionen der Donau die Breg als Ursprung, dann hat sie bis an den Fuß des Bogenberges etwa 550 km zurückgelegt. Gut 2300 km Strecke liegen bis zum Mündungsdelta noch vor ihr. Bei einer Breite von über zwei Kilometern führt die Donau dort gewaltige Wassermassen (durchschnittlicher Abfluss ca. 7 000 m³/sek, Rhein ca. 2300 m³/sek) und schiebt etwa 70 Mio. Tonnen Geröll und Schwebstoffe pro Jahr bis zu 50 m ins Schwarze Meer hinaus. Das heutige Donautal ist geologisch betrachtet sehr jung. Es bildete sich erst während der letzten Eiszeit (Würmeiszeit), die vor ca. 12 000 Jahren endete. Die Wasserführung der Donau in den Warmzeiten und am Ende der Eiszeit war wegen der gewaltigen Schmelzwassermengen bedeutend größer. Heute beträgt der durchschnittliche Abfluss bei einer Flussbreite von ca. 150 m etwa 450* m³/sek. Erst seit dem 19. Jahrhundert wurde die Donau von Menschenhand in ihr gegenwärtiges Bett gezwängt. Extreme Hochwasser in den letzten Jahren führten dazu, dass man der Donau in Zukunft wieder mehr Raum im breiten Donautal (allerdings nur ca. 10 % ihres ursprünglichen Überflutungsraumes) geben möchte.

 

 

 

 

1) Hans Neueder: Oberalteich - Geschichte eines bedeutenden bayerischen
Benediktinerklosters, Regensburg 2012
* Infotafel: Pavillon Reibersdorf
* Hochwassernachrichtendienst Bayern (Jahresreihe 1926-2012)

Initiator/Verfasser: Hermann Mayer, Bogen

Vorbemerkung (pk):

DevotionalienHauschenPfeilAuf dem Heiligen Berg Niederbayerns - dem Bogenberg - haben Franz-Xaver Six und Hermann Mayer eine beeindruckende Panoramatafel mit Blick über das Donautal und das angrenzende Hügelland bis hin zu den Alpen für den interessierten Besucher aufgestellt. Hermann Mayer hat die erläuternden Texte der Tafel für das online-Projekt RePaLi aufbereitet. Eine Originalansicht der Tafel ist bei den Wandertour-Bildern Bogenberg über den Lippweg enthalten: Link 

Aber natürlich ist noch beeindruckender, den Ausblick in Natura zu erleben. Ob dann aber die Fernsicht so toll ist? Die Bergfex-Webcam auf dem Hirschenstein könnte dabei hilfreich sein: Link. Falls aber der Blick in die Ferne doch getrübt sein sollte lohnt immer ein Besuch in der Wallfahrtskirche Bogenberg mit hunderten von "Maria-hat-geholfen"-Kerzen und -Votivtafeln. Auch im Gasthaus "zur schönen Aussicht" hätte man wenigstens einen tollen Blick über das Donautal von Deggendorf im Osten bis im Westen weit über Straubing hinaus.

Die Tafel steht unmittelbar über dem steilen Südabhang des Bogenberges, am westlichen Zugang zur Kirche, hinter dem ersten Devotionalien-Häuschen rechts am Ende des Pilgerweges, der vom Stadtplatz Bogen auf den Heiligen Berg führt.

Bogenberg: Das einzigartige Erscheinungsbild des „Heiligen Berges Niederbayerns“ mit seinen steilen Hängen an der Süd- und Ostseite wurde durch die Erosionstätigkeit der Donau als Prallhänge* herauspräpariert. Auffällig zerbrochene und aufgeriebene Gesteine (z.B. Perlgneis auch Mylonit genannt)* bauen an dieser Störungslinie fast den gesamten Berg auf. Extreme klimatische Bedingungen aufgrund der Steilheit, der starken Sonneneinstrahlung, der Winde, der Trockenheit, der Nährstoffarmut, des Frosts und der sommerlichen Hitze herrschen hier für Flora und Fauna*.

Vordergrund:

VierfeldTafelBberg Kopie

Donaurandbruch: Sie stehen hier am südlichen Abhang des Bogenberges, direkt am sog. Donaurandbruch. Diese Störungslinie bildet die Grenze zwischen dem Bayerischen Wald und dem Gäuboden. Sie ist eine sehr markante Bruchlinie in der Erdkruste, an der eine beeindruckende Erdgeschichte geschrieben wurde. Gewaltige Kräfte hoben hier bereits vor ca. 350 Mio. Jahren das Grundgebirge des Bayerischen Waldes zu einem Hochgebirge empor. Vor erdgeschichtlich „jungen“ 70 Millionen Jahren, gegen Ende der Kreidezeit, als die Hebung der Alpen begann, wurde dieses zwischenzeitlich fast eingeebnete Grundgebirge erneut angehoben und bildet den heutigen Bayerischen Wald. Das Gebiet zwischen den sich heraushebenden Alpen und der Donau sank tief ab. Somit hat sich hier eine Höhenverschiebung (Verwerfung) verschiedener Teile der Erdkruste* um mehr als 1300 m vollzogen. Von dieser gewaltigen Höhendifferenz erschließen sich unserem Auge gerade einmal ca. 110 m bis zur Donau hinunter. Der abgesunkene Bereich, das sog. Molassebecken (Molasse lat. „gemahlen“) zwischen der Donau und den Alpen, wurde nämlich im Laufe der Zeit von über tausend Metern mächtigen tertiären Meeres- und Süßwasserablagerungen aufgefüllt. Diese wurden im Quartär, dem sog. Eiszeitalter der vergangenen 2,6 Mio. Jahre, wiederum von Flussgeröllen und -sanden bis zu fünfzig Meter hoch überschottert.


Donau: Die Donau ist der einzige große Fluss Europas, der von West nach Ost fließt. Faszinierend ist ihre Entstehungsgeschichte. Je nachdem, in welche Richtung das Alpenvorland bei der Hebung der Alpen nach Osten oder nach Westen kippte, passte sich die Donau an und änderte ihre Fließrichtung. Selbst die Ur-Aare, die obere Rhone und der heutige Alpen-Rhein waren einst Quellflüsse des Donausystems. Ähnlich einem Fischgrätmuster strömten der Urdonau die Gewässer von Nord (z.B. der Ur-Main) und Süd zu. Als vor ca. 1 Mio. Jahren der Rhein entstand (Oberrheingrabenbruch) wurden ihr die westlichen Einzugsgebiete entzogen und die Gewässer flossen dem Rhein zu. Selbst heute noch gibt die junge Donau an etwa 155 Tagen ihr ganzes Wassers über die Donauversinkung bei Immendingen (unterirdische „Schwarze Donau“) durch die Aachquelle (Aachtopf, wasserreichste Karstquelle Deutschlands) an den Bodensee und somit an den Rhein ab. Mehr als 2 Mio. Jahre durchfloss die Urdonau als sog. Altmühl-Donau das Wellheimer Trockental und das Altmühltal. Seit etwa 80 000 Jahren nimmt nun die Donau den kürzeren Weg durch die bereits von Nebenflüssen der früheren Altmühl-Donau vorgeformte Weltenburger Enge.
Nimmt man bei den unterschiedlichen Quellendefinitionen der Donau die Breg als Ursprung, dann hat sie bis an den Fuß des Bogenberges etwa 550 km zurückgelegt. Gut 2300 km Strecke liegen bis zum Mündungsdelta noch vor ihr. Bei einer Breite von über zwei Kilometern führt die Donau dort gewaltige Wassermassen (Abfluss bis zu 16 000 m³/sek, durchschnittlicher Abfluss ca. 7 000 m³/sek, Rhein ca. 2 300 m³/sek) und schiebt sich mit etwa 70 Mio. Tonnen Geröll und Schwebstoffen pro Jahr bis zu 50 m ins Schwarze Meer hinaus. Das heutige Donautal ist geologisch betrachtet sehr jung. Es bildete sich erst während der letzten Eiszeit (Würmeiszeit), die vor ca. 12 000 Jahren endete. Die Wasserführung der Donau am Ende der Eiszeit war wegen der gewaltigen Schmelzwassermengen bedeutend größer. Heute beträgt der durchschnittliche Abfluss bei einer Flussbreite von ca. 150 m etwa 450* m³/sek. Erst seit dem 19. Jahrhundert wurde die Donau von Menschenhand in ihr gegenwärtiges Bett gezwängt. Verheerende Hochwasser in den letzten Jahren führten dazu, dass man der Donau in Zukunft wieder mehr Raum geben möchte.

Mittelteil:
Der Gäuboden, der auch als Dungau bezeichnet wird, ist das größte Lössbodengebiet Bayerns. Während der letzten Eiszeit wehten Stürme aus weitgehend vegetationsarmen Landschaften im Vorfeld der Gletscher viel kalkhaltigen Staub an, woraus sich dann eine bis zu sechs Meter dicke Löss-Schicht bildete. Wegen des sehr fruchtbaren Bodens wird dieser Landstrich die Kornkammer Bayerns genannt. Seit wenigen Jahren „erntet“ man im Gäuboden neben landwirtschaftlichen Produkten auch Elektrizität in z.T. riesigen Photovoltaikanlagen, zu erkennen an den hellen, manchmal spiegelnden Flächen auf der Panoramaansicht.
Die Breite des Gäubodens beträgt rund 15 km vom Fuße des Bayerischen Waldes bis zum tertiären Hügelland im Süden bei Landau. Längs der Donau erstreckt sich der Gäuboden von unterhalb Regensburgs bis zur Pleintinger Enge (Durchbruchstal der Donau bei Vilshofen) mit Straubing als Zentrum.

 

Hintergrund:
Niederbayerisches Hügelland:
Das niederbayerische Tertiärhügelland unterteilt sich in das Donau-Isar-Hügelland (Höhenrücken südl. Niederschneiding) und das weiter südlich gelegene Isar-Inn-Hügelland (Höhenrücken bei Landau), welches im Süden durch das untere Inntal begrenzt wird.
Entstehung: Während des Tertiärs (Beginn vor ca. 65 Mio. Jahren), als die Alpen empor gehoben wurden, sank im gleichen Maße der Bereich zwischen der Donau und den Alpen in die Tiefe*. Es bildete sich ein riesiger Trog, in dem sich der Abtragungsschutt der aufsteigenden Alpen sammelte. Das Gebiet blieb zwar völlig gletscherfrei, im Wechsel der Kalt- und Warmzeiten während der Eiszeiten gab es jedoch wegen der großen Schmelzwassermengen beträchtliche Talbildungen, aber auch Aufschüttungen. Dies führte zur heutigen typisch hügeligen Oberflächenform dieses Landschaftsraumes.
Alpen:
Bei ausgeprägter Südföhnlage mit Sichtweiten bis rund 200 Kilometer kann man vom Bogenberg aus die nördlichen Kalkalpen und sogar Teile der Zentralalpen (z.B. Großglockner) gut erkennen. Wegen der Erdkrümmung und des vorgelagerten Hügellands sieht man einen Teil der niedrigeren Alpenvorberge (z.B. Gaisberg bei Salzburg) nicht. Berge mit einer Höhe von über 1700 m sind bei guter Fernsicht als Schattengebilde vor den dahinter liegenden höheren Gebirgsstöcken (z.B. Schafberg vor dem Dachstein, Untersberg bei Salzburg vor dem Hochkönig, Hochstaufen/Zwiesel vor dem Hochkalter) auszumachen. Auch das eiszeitlich überformte Voralpenland mit seinen Moränenzügen und Seen (z.B. der Chiemsee vor den Chiemgauer Alpen) liegt zu tief.
Entstehung: Durch den Zusammenstoß der Afrikanischen Platte und der Eurasischen Platte wurden Gesteinsschichten während der Kreide- und Tertiärzeit übereinander geschoben, gefaltet und zum Hochgebirge (junges Faltengebirge) angehoben. Nur die gleichzeitig stattfindende Abtragung verhindert ein weiteres Höhenwachstum der Alpen, die pro Jahr 1 mm angehoben werden. Über den geologisch kurzen Zeitraum von 1 Mio. Jahren sind das immerhin 1000 m.

*Siehe Infotafeln: Naturlehrpfad Bogenberg, Schautafel Geotop Bogenberg
* Hochwassernachrichtendienst Bayern (Jahresreihe 1926 – 2012)
Initiator/Text: H. Mayer, Bogen

Hungerstein Pfelling

Der Sommer 2018 brachte ihn an den Tag - den uralten Zeugen des Donaurandbruches. Uralt, weil er noch zum Grundgebirge des bayerischen Waldes gehört, dieser wiederum zur Böhmischen Masse, und diese wiederum ist Teil der variszischen Gebirgsbildung, welche selber an die 300 Mio Jahre alt ist. Hungersteine selber sind in Wikipedia ausführlich dokumentiert: Link.

Den Pfellinger Hungerstein hat der Autor dieses Beitrages bekannt gemacht, denn seit Jahrzehnten ward er nicht mehr gesehen. Zusammen mit Franz Hanner hat er ihn auch filmisch dokumentiert, in voller Größe hier: Link.

Für eine geplante Hinweisetafel bei Donau km 2003,9 beschreibt Hermann Mayer das Auftauchen des urtümlichen Zeugen so:

Winzergestein"Sie verweilen hier am westlichen Beginn des größten deutschen Donaubogens, der weit nach Süden ausschweift. In seinem Kurvenradius liegt der sog. Sulzbachpolder, der den Gäuboden vom Bayerischen Wald abgrenzt. Ein herrlicher Ausblick auf die Donau und den „Heiligen Berg“ Niederbayerns eröffnet sich Ihrem Auge. Geologisch gesehen befinden Sie sich am Donaurandbruch, einer der bedeutendsten Bruchlinien in der Erdkruste Mitteleuropas, an der eine beeindruckende Erdgeschichte geschrieben wurde. Einige wenige Schritte (Donau KM 2003,9) bringen Sie zu den Felsformationen in der Donau, wo der Donaurandbruch sichtbar zutage tritt und als körniger, hellgraugrüner sog. „Winzergneis“ (bei über 500 °C umgeformter Perlgneis) ansteht. Auch der Bogenberg ist ein Zeuge dieser Störungszone und baut sich ebenfalls aus dem gleichen aus dem gleichen Gestein auf. 

Hungersteine – Mahnmale für Missernte und Hungersnot


Felsen, die bei extremem Niedrigwasser aus den Flüssen ragen, waren einst Vorboten für schlechte Zeiten. Die Geschichte der Hungersteine reicht weit zurück (z.B. Inschrift von 1417) und hat vor allem an der Elbe und am Rhein Tradition. Neben der eingemeißelten Jahreszahl liest man häufig Sprüche wie „Wenn du mich siehst, dann weine“, die auf bevorstehende Hungersnöte hinweisen. Sie stellen eigentlich eine erste meteorologische Chronik der niedrigsten Wasserstände in den dürrsten Jahren dar.

Hungerstein

 Am 23. August 2018 ragte der bemooste Felsrücken, ein Teil der anstehenden Felsformation des Donaurandbruches, nur wenige Zentimeter über die Wasseroberfläche. Der Pegel Pfelling zeigte mit 2,25 m einen historischen Niedrigwasserstand an und die Abflussmenge betrug 145 m³/s (Durchschnitt 456 m³)*. Im extrem trockenen Jahr 1947 war der Pegel Pfelling am 25. September mit 2,30 m etwas höher, obwohl die damalige Abflussmenge nur 113 m³ betrug (wsv.de.). GravurDa der Wetterbericht Regen vorhersagte, wurde am 24. August in einer Eilaktion die Jahreszahl 2018 eingraviert und der Hungerstein war „geboren“. Nur wenige Stunden später tauchte der Stein wieder in den Fluten der Donau unter. Am 21. Oktober zeigte er sich wiederum für ein paar Stunden (siehe Drohnenfoto). DrohnenFotoDonauBis zum Jahresende war er anschließend nicht mehr zu sehen. Wie gewaltig die Dynamik eines frei fließenden Flusses ist, mag folgender Vergleich deutlich machen:Beim katastrophalen Hochwasser im Jahr 2013 stand über unserem Hungerstein eine Wassersäule von mehr als 6,7 m und mit über 3100 m³/s war die abfließende Wassermenge mehr als das Zwanzigfache im Vergleich zum 23. August 2018.

Bei mittlerem Wasserstand reicht die Wasserfläche bis zu den baumbestandenen Ufern. Die Buhnen und die Buhnenfelder sind überflutet. In Hochwassersituationen breitet sich der Fluss bis an die jeweiligen links- und rechtsseitigen Deiche aus. 

Hochwasser2013

Beim Junihochwasser des Jahres 2013 reichte das Wasser am linken Donaudamm bis ca. 50 cm unterhalb der Deichkrone. Der Damm drohte zu brechen. Nur mit Müh und Not konnten fleißige, wagemutige Helfer den Deich halten. Das linksseitige Donauhinterland, der sog. Polder Sulzbach, wäre meterhoch überflutet gewesen. Mensch, Tier und Gebäude entgingen nur knapp einer unvorstellbaren Katastrophe. 

Sulzbachpolder

 

Wie wenig Wasser die Donau im Sommer und im Herbst 2018 führte, zeigt eindrucksvoll das Drohnenfoto oben. Die Buhnenfelder am rechten Donauufer sind überwiegend trocken-gefallen und die sandigen Ablagerungen zeigen Strukturen, die das fließende Wasser geschaffen hat. In den linksseitigen Buhnenfeldern erkennt man die Tiefenabstufungen im Wasser mit teilweisem Bodenbewuchs und durchschimmernden Felsbänken des Donaurandbruches. Selbst der kiesige Untergrund im Strombett sowie weitere kleine Felsrücken lassen sich im klaren Wasser erkennen. Die garantierte Fahrrinnentiefe für die Schifffahrt wurde zu diesem Zeitpunkt mit ca. 1,3 m angegeben, wohingegen die wirkliche Wassertiefe etwa 1,8 m betrug. Man konnte zwar nicht quer durch die Donau gehen aber um zu Schwimmen musste man bis zum „Dampfergraben“ waten."

*Hochwassernachrichtendienst Bayern (Jahresreihe 1926 – 2012)
Idee, Text, Fotos: Hermann Mayer, Bogen

 

 

 

Poschings wieder verbunden!

Donaufahre in Mariaposching beim Ubersetzen nach StephansposchingAm 19. April 2016 rauschte es durch den Blätterwald: "Die Donaufähre zwischen Mariapoasching (LK Straubing-Bogen) und Stephansposching (Landkreis Deggendorf) ist gesunken!". Gottseidank ohne dass Personen zu Schaden gekommen sind.

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Im Kreistag des Landkreises Straubing-Bogen entstand eine Kontroverse darüber, ob als Ersatz wieder eine Seilfähre oder aber eine Motorfähre beschafft werden soll. Im April 2017 gab der Landrat des Kreises Straubing-Bogen, Josef Laumer, bekannt, dass nach einer Einigung mit dem Kreis Deggendorf und den einschlägigen Beschlüssen von Kreisausschuss und Kreistag eine motorbetriebene Fähre beschafft wird.

Bilder: LRA Straubing-Bogen, pk

 

 

 

 

DSC 0590 Kopie

Seit Samstag, den 17. Februar 2019, sind die beiden Poschings wieder durch eine neue Fähre vereint:

Hunderte von Interessenten mit den beiden Landräten aus Deggendorf und Straubing-Bogen, Christian Bernreiter und Josef Laumer,  nutzen die Gelegenheit zur ersten Überfahrt mit der motorbetriebenen Fähre.

Daten zur neuen Fähre:

• Baukosten: 1,050 Mio. Euro
• Gewicht: ca. 50 Tonnen leer
• Länge über Klappen: 33 Meter
• Länge Schiffskörper: 20 Meter
• Breite über Alles: 7,50 Meter
• Breite auf Spant: 7,39 Meter
• Seitenhöhe: 1,60 Meter
• Schottendeck: 1,90/1,60 Meter
• Höhe Fährturm: 4,40 Meter über Deck
• Tiefgang leer: ca. 0,65 Meter
• Tiefgang mit 20 t: ca. 0,90 Meter
• Personen: 100
• Kfz: 4-5
• Max. Beladung: 20 Tonnen
• Antriebsleistung:
2 E Motore mit je 90 kW/ca. 1.470 rqm
2 mal Kalkman Ruderpropeller

Im Vergleich zur alten Gierseil-Fähre ist also die 'Zuladung' nur von maximal 15 t auf 20 t gestiegen, das Eigengewicht allerdings von 19 t auf 50 t.

Der Fährbetrieb wird voraussichtlich Anfang März 2019 wieder aufgenommen, der Fahrplan der Fähre bleibt vorerst wie bisher:

01. Jan bis 17. Jan - Winterpause
18. Jan bis 29. Feb - Montag bis Freitag (nur an Werktagen): 06:30 Uhr - 08:15 Uhr & 16:00 Uhr - 17:45 Uhr
01. Mrz bis 31. Okt - Montag bis Freitag (nur an Werktagen): 06:30 Uhr - 17:45 Uhr
25. Mrz bis 31. Okt (geändert!) Samstag, Sonn- und Feiertage: 09:00 Uhr - 17:45 Uhr
01. Nov bis 30. Nov - Montag bis Freitag (nur an Werktagen): 06:30 Uhr - 17:45 Uhr
01. Dez bis 09. Dez Montag bis Freitag (nur an Werktagen): 06:30 Uhr - 08:15 Uhr & 16:00 Uhr - 17:45 Uhr
10. Dez bis 31. Dez - Winterpause

Wie beim Lotto: "ohne Gewähr" - Nachfragen beim Landratsamt Straubing-Bogen 09421 973 - 0 oder auf der Webseite des Landratsamtes 

-Beitrag in Arbeit-

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Das 3-Flüsse-Eck am Ort in Passau ist schon ein bemerkenswerter Ruhe geopolitischer Contemplation, auch über das Werden und Vergehen dreier Landschaften: bayerischer Wald, Süddeutschland und Alpenregion!

  • Die schwarze Ilz kommt aus Moorgebieten des unteren bay. Waldes, geologisch also einer sehr jungen Region. Ihre Länge beträgt ca 70 km.
  • Die blaue Donau - leider nur im gespiegelten blauen Himmel blau, trägt mit sich Sande aus eiszeitlichen Ablagerungsgebieten der Günz-, Mindel-, Riß- und Würm-Eiszeiten. Bis Passau beträgt ihre Länge ca 600 km.
  • Der grüne Inn entspringt entspringt beim Malojapass im Schweizer Engadin in 2484 m Höhe nahe dem Lunghinsee und hat eine Gesamtlänge von gut 500 km.
  • Die Barockstadt Passau ist viel mehr kulturelles Bindeglied als trennende Grenzstadt: erste nachweisbare keltische Siedlung der La-Tène-Zeit (ca 450 v.Chr. bis zur Zeitenwende), dann römisches Kastell Batavis (bis etwa 450 n. Chr.), ab dem 6. Jahrhundert die Bajuwaren, im Jahre 739 Bischofssitz, legendärer Durchzugsort der Nibelungen auf dem Weg zu König Attila (Ursprünge der Sage in der Zeit der Völkerwanderung im vierten und fünften Jahrhundert n. Chr. - deshalb wohl die inzwischen durch einen Neubau ersetzte Nibelungenhalle aus der Zeit des Nationalsozialismus - bekannteste schriftliche Fixierung der Saga ist das mittelhochdeutsche Nibelungenlied um 1200, wahrscheinlich aus dem Raum Passau).

 

271 Barockjahr 2 PTkleinDas bis heute erhaltene barocke Erscheinungsbild der Stadt "verdankt" Passau einem verheerenden Stadtbrand am 27. April 1662, was im Jahre 2012 mit "350 Jahre Barockstadt Passau" gefeiert wurde. Die Webseite der Stadt hält hierzu unter.Seit 1978 ist Passau "einzige niederbayerische" Universitätsstadt, gefolgt im Jahr 2018 von Straubing.

 

800px Ilz catchment

 

Die Ilz

Das Einzugsgebiet der Ilz beträgt etwa 850 km2 und grenzt im Nordosten an die Wasserscheide Donau-Elbe. Kennzeichen der Ilz ist ihr weiches, bräunlich bis schwärzlich gefärbtes Wasser. Sie wird deshalb auch als schwarze Ilz oder schwarze Perle des Bayerischen Waldes bezeichnet. Das Wasser der Ilz reagiert im gesamten Verlauf mit Keimbildung auf Restbelastungen aus Kläranlagen und landwirtschaftlichen Abschwemmungen. 1991 wurde ein Badeverbot in der gesamten Ilz ausgesprochen, 1993 die Aktion Rettet die Ilz ins Leben gerufen. Im Jahr 2001 wurde die LEADER-Initiative Saubere Ilz abgeschlossen. Die Ilz wurde zur Flusslandschaft des Jahres 2002 / 2003 erklärt. Der damalige bayerische Umweltminister Werner Schnappauf gab dies am 22. März 2002 anlässlich des Weltwassertages bekannt.

Stauseen - zwischen Oberilzmühle und Hals

Der Stausee Oberilzmühle nördlich von Passau staut die Ilz über 5 km zum See auf. Die Stadtwerke Passau haben hier von 1951 bis 1955 das Wasserkraftwerk Oberilzmühle gebaut. Bei der Burgruine Hals wird die Ilz für das Kraftwerk Hals noch einmal auf 1 bis 1,5 km zum See aufgestaut. In den 1970er Jahren gab es Pläne für einen weiteren Stausee bei der Burgruine Dießenstein in der Gemeinde Saldenburg. Nachdem 1978 etwa 40.000 Bürger bei einer Unterschriftenaktion teilnahmen, wurden die Pläne nicht weiter verfolgt.

Holztrift - die Triftsperre bei Hals

Ab etwa 1729 begann der Ausbau des Oberlaufs für die Flößerei. 1788 erließen Fürstbischöfe eine umfangreiche Triftordnung.[5] Etwa sechs Wochen dauerte die Trift vom inneren Bayerischen Wald bis nach Passau, wo an der Bschütt ein großer Holzhafen entstand. Von 1827 bis 1829 wurde die Triftsperre bei Hals errichtet. Ein 115,5 m langer, 3,2 m breiter und 2,3 m hoher Felstunnel verkürzte von da an den langen Weg durch die Halser Flussschlinge. Jährlich wurden dort bis zu 100.000 Ster Holz verfrachtet.

Auch die großen Sägewerke bei Schneidermühl, Schrottenbaummühle und Fischhaus erinnern noch an diese Art der Holztransporte, die erst nach 1945 durch den Ausbau der Forststraßen zum Erliegen kam.

Quelle: Wikipedia

 

640px Donau Einzugsgebiet

 

Die Donau

Die Donau hat eine Gesamtlänge von knapp 3000 km. Ihr gesamtes Einzugsgebiet ist etwa tausend Mal so groß wie das der Ilz. Im Einzugsgebiet der Donau wohnen gut 80 Mio Menschen, beheimatet in Deutschland (Baden-Württemberg, Bayern), Österreich, Ungarn, Kroatien, Serbien und Rumänien. Zu Bulgarien und Moldawien ist sie Grenzfluss.

Historisch gab sie der Donau-Monarchie den Namen, ein Vielvölkerstaat in Europa, der von 1867 bis 1918 existierte. Neben der jetzigen Fläche der Länder Österreich und Ungarn umfasste das Staatsgebiet auch komplett die heutigen Staaten Tschechien, Slowakei, Slowenien, Kroatien und Bosnien-Herzegowina, sowie Teile der gegenwärtigen Staaten Italien, Serbien, Montenegro, Rumänien, Polen und der Ukraine.

Der Inn

 

Quelle: div Wikpedia

weitere Links: demnächst

Vielen Menschen ist die damalige und heutige deutsche Nationalhymne - Melodie Joseph Haydn - bekannt. Die aktuelle österreichische Bundeshymne "Land der Berge" wird auch nach der Melodie Haydns gesungen:

1. Land der Berge, Land am Strome, Land der Äcker, Land der Dome, Land der Hämmer, zukunftsreich!
Heimat bist du großer Söhne, Volk, begnadet für das Schöne, |: vielgerühmtes Österreich, :|

Überhaupt ist die Donau Symbol für die überaus reiche abendländischen Kultur in Musik, Theater und Architektur.