Wie mehrfach angekündigt hat sich RePaLi um einen kompetenten Gesprächspartner über das Werden - und Vergehen - der geologischen Formation "Donaurandbruch" bemüht. Daraus ist schließlich dieser Beitrag entstanden, dessen Grundlage ein 'schriftliches' Interview war.

Vorab zur Übersicht eine Zeittafel:
Zeittafel V0

Am Ende des Interviews: Glossar

RePaLi: Lieber Herr Dr. Rohrmüller, Sie sind Leiter des Referats 101: Geoinformation und Geomanagement bei Bayerischen Landesamt für Umwelt (LfU) mit Sitz in Marktredwitz. Freundlicherweise haben Sie sich bereit erklärt, für RePaLi in einem Fachbeitrag Entstehung, Gegenwart und Zukunft des "Donaurandbruches" darzustellen. Wir wollen Ihnen dazu einige Fragen stellen und beginnen in ganz ferner Vergangenheit.
Es gibt im Web bei marum.de eine schöne Animation über die Plattentektonik der Erde. Dehnte sich das Tethys-Meer irgendwann bis in die heutige Gegend des Donaurandbruches aus? Sind die Jura-Ablagerungen in ca 1000 m Tiefe unter dem heutigen Gelände Ablagerungen dieses Tethys-Meeres? Wann und wo ist die Variszische Gebirgsbildung entstanden?

Rohrmüller: Das eigentliche Tethys-Meer reichte nicht bis in die Region des Donaurandbruches bzw. der Donaustörung. Der jetzige süddeutsche Raum erlebte im Erdmittelalter eine andere Entwicklung („Germanische Fazies oder Germanisches Becken“). Die Sedimente wurden auf einem Kontinentalsockel, der aus variszischen Grundgebirge besteht, abgelagert. Es war ein anderer Ablagerungsbereich als der der Gesteine der Bayerischen Alpen. Wobei ab dem Jura mit der Überflutung des Vindelizischen Landes im Süden eine Meeresverbindung zur Tethys bestand. Es war ab dieser Zeit dann ein Randmeer der Tethys. Am Ende des Oberen Juras vor etwa 145 Millionen Jahren „zog sich das Meer“ nach Süden zurück, die Süddeutsche Scholle wurde Festland. Mit Beginn der Oberkreidezeit vor etwa 100 Millionen Jahren kam es zu einem Meeresvorstoß von Süden aus dem Tethys-Bereich. Im Gebiet um Regensburg und entlang des Donaubereichs bis Vilshofen wurden Meeressedimente abgelagert. 

Profil GK500
Die in tektonischen Schollen entlang der Donaustörung von Regensburg bis Vilshofen erhaltenen Juraablagerungen und die im Untergrund unter der Molasse in Bayern vorkommenden Jura-Ablagerungen sind nicht im Tethys-Meer entstanden, sondern entstanden in einem Faziesraum ähnlich dem des Fränkischen Juras (siehe Abb. Profil).

 

Kontinentaldrift

Das Variszische Gebirge entstand vor mehr als 300 Millionen Jahren im Erdaltertum in den Zeitaltern des Karbons und Devons bei der Kollision von „Ureuropa“ mir „Urafrika“ (Gondwana). Das Gebiet des jetzigen Mitteleuropas befand sich zu dieser Zeit knapp südlich des Äquators oder am Äquator (Abb. Kontinentaldrift).

 

 

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