Yuval Noah Harari legt in "Homo Deus" eine "Geschichte von Morgen" vor, nach der schon in unseren Zeiten diese neue Gattung die aktuelle Menschenspezies homo sapiens ablösen könnte:

Buchzusammenfassung

Next step: Homo deus

Erstmals in der Geschichte muss sich ein Großteil der Menschen nicht mehr den Kopf darüber zerbrechen, wie sie Hunger, Krankheit und Krieg überleben sollen. Weit mehr Menschen sterben an Fett­lei­big­keit, Krebs und Herzleiden als an Un­ter­ernäh­rung und In­fek­ti­ons­krank­hei­ten. Die Wahr­schein­lich­keit, durch Krieg oder Kri­mi­na­li­tät ums Leben zu kommen, ist – von wenigen Ausnahmen abgesehen – dramatisch gesunken. Diese bei­spiel­lo­se Er­folgs­ge­schich­te lässt die Menschen nach neuen Zielen streben:

Un­sterb­lich­keit: Lange galt der Tod als un­ver­meid­ba­rer Schritt auf dem Weg ins ver­hei­ßungs­vol­le Jenseits. Heute betrachten wir ihn als lösbares, technisches Problem. Einige, darunter die Wis­sen­schaft­ler im Goog­le-Sub­un­ter­neh­men Calico, sehen im Sieg über den Tod das wichtigste Mensch­heits­pro­jekt überhaupt.

Glück: Ur­sprüng­lich wurden die westlichen Wohl­fahrts­sys­te­me gegründet, um die Nation zu stärken und gesunde Soldaten, Arbeiter und Beamte her­vor­zu­brin­gen. Heute erwarten wir vom Staat eine Glücks­ga­ran­tie. Die Evolution hat uns jedoch darauf pro­gram­miert, nie zufrieden zu sein und von allem Guten immer mehr zu wollen. Auf Dauer kann dieses Bedürfnis nur durch Ma­ni­pu­la­ti­on unserer Biochemie befriedigt werden.

Gött­lich­keit: Nach ewigem Glück und Leben zu streben bedeutet, uns an die Position Gottes zu stellen. Bio­in­ge­nieu­re werden die evo­lu­tio­nä­ren Ver­än­de­run­gen, die in Millionen von Jahren zum Homo sapiens führten, nicht erneut ver­strei­chen lassen, sondern das gewünschte Ergebnis selbst erreichen wollen – indem sie Gencodes umschreiben und Ge­hirn­strö­me umleiten.

„Eine Ökonomie, die auf im­mer­wäh­ren­dem Wachstum gründet, braucht grenzenlose Projekte – wie eben das Streben nach Un­sterb­lich­keit, Glück und Gött­lich­keit.“ Viele Menschen fürchten sich davor, in einer solchen Welt irrelevant zu werden. Doch Prognosen sind nicht dann erfolgreich, wenn sie sich irgendwann erfüllen. Vielmehr helfen sie uns, heute bessere Ent­schei­dun­gen zu treffen. Wir be­schäf­ti­gen uns nicht mit Geschichte, um uns die Zukunft auszumalen, sondern um sie ganz neu zu zeichnen und zu verändern.