Donaurandbruch

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In der beliebten ZDF-Serie "Terra X" begibt sich Geologe Colin Devey auf eine erdgeschichtliche Expedition. Sein Weg beginnt in Schottland bei den ältesten Gesteinen und endet im Ural, der östlichen Grenze des Kontinents. Dieses 45-Minuten lange Video ist lt. ZDF per Klick auf den Screenshot bis 06.01.2029 verfügbar.

Bei 14min 50sec wird als geographische Mitte Europas der Tillenberg östlich von Neualbenreuth vorgestellt und dann bei 16:18 erwähnt der Beitrag auch die sogenannten "Varisziden", welche uns etwa als Böhmische Masse bzw. bayerischer Wald und Böhmerwald erhalten sind.

Allerdings legt der ZDF-Beitrag schon sehr großen Wert auf schöne Bilder, die Geologie huscht bisweilen sehr schnell am Zuschauer vorbei, wenn auch faszinierend multimedial aufbereitet.

 

 

 

 

Bildschirmfoto 2019 01 08 um 09.23.03Teil 2 der Serie - aufzurufen per Klick auf den Screenshot - beschäftigt sich ab 7min 30sec u. a. mit der Entstehung der Alpen durch die Norddrift der  afrikanischen Platte vor etwa 35 Mio Jahren. Der Beitrag endet etwa mit der letzten Eiszeit vor etwa 10.000 Jahren und schließlich der Veränderung der Landschaft am Beispiel des Vesuvs.

Doch auch für Teil 2 gilt das oben gesagte. Die Fernsehzeitschrift rtv vergibt Minuspunkte wegen: zu viel Pathos. Dennoch gibt auch dieser Teil einen faszinierenden Einblick in die Entstehungsgeschichte Europas, anclickbar bis 13. Januar 2029!

Deutlich informativer - weil schriftlich und gut lesbar - ist da der folgende Beitrag über die Genese des Donaurandbruches ...

Bildschirmfoto 2018 04 30 um 08.22.41Der Donaurandbruch, ein ca. 200 Kilometer langer Riss in der Erdkruste (von Regensburg bis Linz) bildet geologisch die Grenze zwischen dem Bayerischen Wald und der Donauebene. Er markiert eine der bedeutendsten Bruchlinien in der Erdkruste Mitteleuropas, an der eine beeindruckende Erdgeschichte geschrieben wurde. Gewaltige Kräfte hoben entlang dieser Linie bereits vor ca. 350 Mio. Jahren das Grundgebirge des Bayerischen Waldes zu einem Hochgebirge empor. Vor erdgeschichtlich „jungen“ 70 Millionen Jahren, gegen Ende der Kreidezeit, als die Hebung der Alpen begann, wurde dieses zwischenzeitlich fast eingeebnete Grundgebirge erneut angehoben und bildete den heutigen Bayerischen Wald. Das Gebiet zwischen den sich heraushebenden Alpen und der Donau sank tief ab. Hier hat sich eine gewaltige Höhenverschiebung (Verwerfung) verschiedener Teile der Erdkruste um mindestens 1300 m vollzogen. Der abgesunkene Bereich, das sog. Molassebecken (Molasse lat. „gemahlen“) zwischen dem Bayerischen Wald und den Alpen wurde im Laufe der Zeit von über tausend Metern mächtiger tertiärer Meeres- und Süßwasserablagerungen (Verwitterungsschutt aus den Alpen und dem Bayer. Wald) aufgefüllt. Diese wurden im Quartär, dem sog. Eiszeitalter der vergangenen 2,6 Mio. Jahre, wiederum von Flussgeröllen und -sanden bis zu fünfzig Meter hoch überschottert.
Die im Folgenden beschriebene Radtour "Vom Helm- zum Natternberg" führt uns ca. 50 km entlang des Donaurandbruches durch das breite Donautal mit seinen jungen Flussablagerungen (entstanden nach der Eiszeit seit ca. 12 000 Jahren) und Poldergebieten. Heute noch können wir alte Rinnsale einstiger Donauarme (z.B. bei Parkstetten, Reibersdorf und Oberalteich) erkennen. An den nachfolgenden fünf beschriebenen Orten erschließt sich der Donaurandbruch mit seinen einzigartigen Felsformationen unseren wachen Augen. An vielen Stellen können wir die Felsklippen, die in großer Tiefe bei großem Druck und hohen Temperaturen plastisch verformt wurden, regelrecht mit unseren Händen „begreifen“.