Donaurandbruch

Bildschirmfoto 2018 04 30 um 08.22.41Der Donaurandbruch, ein ca. 200 Kilometer langer Riss in der Erdkruste (von Regensburg bis Linz) bildet geologisch die Grenze zwischen dem Bayerischen Wald und der Donauebene. Er markiert eine der bedeutendsten Bruchlinien in der Erdkruste Mitteleuropas, an der eine beeindruckende Erdgeschichte geschrieben wurde. Gewaltige Kräfte hoben entlang dieser Linie bereits vor ca. 350 Mio. Jahren das Grundgebirge des Bayerischen Waldes zu einem Hochgebirge empor. Vor erdgeschichtlich „jungen“ 70 Millionen Jahren, gegen Ende der Kreidezeit, als die Hebung der Alpen begann, wurde dieses zwischenzeitlich fast eingeebnete Grundgebirge erneut angehoben und bildete den heutigen Bayerischen Wald. Das Gebiet zwischen den sich heraushebenden Alpen und der Donau sank tief ab. Hier hat sich eine gewaltige Höhenverschiebung (Verwerfung) verschiedener Teile der Erdkruste um mindestens 1300 m vollzogen. Der abgesunkene Bereich, das sog. Molassebecken (Molasse lat. „gemahlen“) zwischen dem Bayerischen Wald und den Alpen wurde im Laufe der Zeit von über tausend Metern mächtiger tertiärer Meeres- und Süßwasserablagerungen (Verwitterungsschutt aus den Alpen und dem Bayer. Wald) aufgefüllt. Diese wurden im Quartär, dem sog. Eiszeitalter der vergangenen 2,6 Mio. Jahre, wiederum von Flussgeröllen und -sanden bis zu fünfzig Meter hoch überschottert.
Die im Folgenden beschriebene Radtour "Vom Helm- zum Natternberg" führt uns ca. 50 km entlang des Donaurandbruches durch das breite Donautal mit seinen jungen Flussablagerungen (entstanden nach der Eiszeit seit ca. 12 000 Jahren) und Poldergebieten. Heute noch können wir alte Rinnsale einstiger Donauarme (z.B. bei Parkstetten, Reibersdorf u. Oberalteich) erkennen. An den nachfolgenden fünf beschriebenen Orten erschließt sich der Donaurandbruch mit seinen einzigartigen Felsformationen unseren wachen Augen. An vielen Stellen können wir die Felsklippen, die in großer Tiefe bei großem Druck und hohen Temperaturen plastisch verformt wurden, regelrecht mit unseren Händen „begreifen“.

Die Donau ist der einzige große Fluss Europas, der von West nach Ost fließt. Faszinierend ist ihre Entstehungsgeschichte. Je nachdem, in welche Richtung das Alpenvorland bei der Hebung der Alpen nach Osten oder nach Westen kippte, passte sich die Donau an und änderte ihre Fließrichtung. Selbst die Ur-Aare, die obere Rhone und der heutige Alpen-Rhein waren einst Quellflüsse des Donausystems. Ähnlich einem Fischgrätmuster strömten der Urdonau die Gewässer von Nord (z.B. der Ur-Main, der Ur-Neckar) und Süd zu. Als vor ca. 1 Mio. Jahren der Rhein entstand (Oberrheingrabenbruch), wurden ihr die westlichen Einzugsgebiete entzogen und die Gewässer flossen dem Rhein zu. Selbst heute noch gibt die junge Donau an etwa 155 Tagen ihr ganzes Wasser über die Donauversinkung bei Immendingen (unterirdische „Schwarze Donau“) durch die Aachquelle (Aachtopf, wasserreichste Karstquelle Deutschlands) an den Bodensee und somit an den Rhein ab. Mehr als 2 Mio. Jahre durchfloss die Ur-Donau als sog. Altmühl-Donau das Wellheimer Trockental und das Altmühltal. Seit etwa 80.000 Jahren nimmt nun die Donau den kürzeren Weg durch die bereits von Nebenflüssen der früheren Altmühl-Donau vorgeformte Weltenburger Enge.
Nimmt man bei den unterschiedlichen Quellendefinitionen der Donau die Breg als Ursprung, dann hat sie bis an den Fuß des Bogenberges etwa 550 km zurückgelegt. Gut 2300 km Strecke liegen bis zum Mündungsdelta noch vor ihr. Bei einer Breite von über zwei Kilometern führt die Donau dort gewaltige Wassermassen (durchschnittlicher Abfluss ca. 7000 m³/sek, Rhein ca. 2300 m³/sek) und schiebt etwa 70 Mio. (?!) Tonnen Geröll und Schwebstoffe pro Jahr bis zu 50 m ins Schwarze Meer hinaus. Das heutige Donautal ist geologisch betrachtet sehr jung. Es bildete sich erst während der letzten Eiszeit (Würmeiszeit), die vor ca. 12.000 Jahren endete. Die Wasserführung der Donau in den Warmzeiten und am Ende der Eiszeit war wegen der gewaltigen Schmelzwassermengen bedeutend größer. Heute beträgt der durchschnittliche Abfluss bei einer Flussbreite von ca. 150 m etwa 430 m³/sek. Erst seit dem 19. Jahrhundert wurde die Donau von Menschenhand in ihr gegenwärtiges Bett gezwängt.

 

 

 

Pfelling

Extreme Hochwasser in den letzten Jahren führten dazu, dass man der Donau in Zukunft wieder mehr Raum im breiten Donautal (allerdings nur ca. 10 % ihres ursprünglichen Überflutungsraumes) geben möchte.
Extreme Niedrigwasserstände wie 2018 bringen als sog. Hungersteine Felsbrocken zum Vorschein, welche im Donautal gelegene Gesteine der sog. Böhmischen Masse sind. Am 24. August 2018 hat Steinmetzmeister Wilhelm Kaiser einen solchen mit einer der Jahreszahl 2018 und einer Wasserlinie markiert. Diese Linie wurde beim Juni-Hochwasser 2013 um ca 7 Meter überspült.

Wie man im Straubinger Tagblatt der Ausgabe vom 27. August lesen kann, war die damalige Abflussmenge mit gut 3100 m3/sec mehr als 20 mal größer als an diesem Freitag, wo sie 145 m3 pro Sekunde betrug. Der Pegelstand Pfelling wurde vom Wasserwirtschaftsamt mit 2,25 m registriert, der vom 2013-er Hochwasser 6,7 m darüber.

Bei Niedrigwasser von 1947 betrug die kleinste Abfussmenge nur 113 m3/sec.

 

Bild: Straubinger Tagblatt vom Mo, 27. August 2018, Seite 1

 

 

Die Beiträge dieses Menüpunktes beschreiben fünf markante, ganz nahe beieinander liegende Formationen auf dem etwa 200 km langen Donaurandbruch zwischen Regensburg und Linz: den Helmberg, den Bogenberg, Steinbruch und Felsformationen in der Donau bei Pfelling, Felsformationen bei Zeitldorf und schließlich den Natternberg. Hermann Mayer, ehemals Geograhpie-Lehrer an der der Ludmilla-Realschule in Bogen, hat für RePaLi eine etwa 45 km lange Radtour zusammen gestellt, vom Helm- zum Natternberg. Dabei führte er die aufmerksamen Radler an einzigartigen Naturschönheiten, teils mit überregionaler Bedeutung.

Bildschirmfoto 2018 04 27 um 16.22.24Von großem Vorteil ist es, dass die Radtour donauabwärts verläuft, beim Helmberg beginnt, am Natternberg endet und vom Bahnhof Plattling aus Rad und Radler nach Straubing mit einem der vielen Bahn-Verbindungen erfolgen könnte. 

Aber, lt. bahn.de:

Fahrräder können in den S-Bahnen und Zügen des Nahverkehrs ganztägig in den gekennzeichneten Abstellbereichen mitgenommen werden.

Fahrräder werden generell nur dann befördert, wenn die vorhandenen Kapazitäten und die Platzsituation dies zulassen. In U-Bahnen, Straßenbahnen und Bussen kann es je nach Stadt/ Gemeinde zu Einschränkungen bei den Nutzungszeiten geben. SCHADE!
Die genauen Zeiten können Fahrgäste den Informationen bzw. Aushängen der Verkehrsunternehmen vor Ort entnehmen.

Die Radtour selbst verläuft in der Regel auf der linken Donauseite, nur die letzte Station Natternberg erfordert eine Donauüberquerung. Die Befahrbarkeit der markierten Wege, eventuelle Längenangaben kann und will RePaLi nicht garantieren. Die einschlägigen Verkehrsvorschriften sind natürlich einzuhalten.

Die "Hotspots" der Google-Karte verweisen - ggf. unter "Filter" anclickbar - mit dem "Aussichts-Icon" auf die Beiträge dieses Menüpunktes und dem "Rad-Icon" auf wichtige Wegmarken. Leider gibt es keine Möglichkeit, die Reihenfolge der Textanmerkungen nach den Abschnitten der Tour zu sortieren. Dennoch: Viel Spaß bei der virtuellen Radtour, und noch viel mehr bei der realen!

 

 

 

1 HB

 Beginnen wir unsere Tour am Helmberg bei Münster: Über die Einfahrt „Wiedenhof“ erreichen wir diese geologisch bedeutsame Kalkscholle, die den Gäuboden um ca. 50 m überragt. Die bedeutsamen Geotope Helmberg und der benachbarte Buchberg hängen förmlich wie ein Rucksack am kristallinen Gestein des Donaurandbruches. Die Schollen wurden geradezu von den tiefer liegenden Jura- und Kreideschichten „abgerissen“ und zusammen mit dem Bayerischen Wald in den letzten ca. 60 Millionen Jahren mehrere hundert Meter angehoben. Ein aufgelassener Steinbruch lässt uns in das Innere des Berges mit seinen Sedimentgesteinen aus der Jura- und Kreidezeit blicken. Mit etwas Glück finden wir auch Fossilien, wie etwa Reste von Ammoniten oder Belemniten. Zudem sind diese Südhänge als Trockenlebensräume ausgewiesen. Hangwaldflächen, Gebüsche, Hecken, Halbtrockenrasen beherbergen seltene und bedrohte Tier- und Pflanzenarten (z.B. Schmetterlings- und Heuschreckenarten).

Reibersdorf StMartin

WinklmeierHof

Anschließend fahren wir etwa 10 km weiter, auf den Kreisstraßen Nr. 8 und Nr. 15 über Parkstetten nach Reibersdorf: Einkehrmöglichkeit Winklmeierhof, sehenswerte Expositurkirche St. Martin, spätgotische Anlage des 15. Jahrhunderts – neugotischer Hochaltar St. Martin zu Pferd - zurzeit wg. Renovierung geschlossen.  

 

 

 

 

 

16Eintausender

Immer näher rückten während unserer Radtour von Reibersdorf in Richtung Bogenberg die sanften Bergkuppen des sog. Vorwaldes (Mitterfels, Großlintach, Hl. Kreuz) und die Hügel (z.B. der Weinberg bei Bogen mit Hochhaus, früher Weinanbau der Oberalteicher Mönche), die den Übergang vom Donautal zum Vorderen Bayerischen Wald markieren. Auf Höhe der Klosterkirche sehen wir am Wegesrand die Panoramatafel „Vorderer Bayerischer Wald“ mit der Bezeichnung der sechzehn Eintausendern.

Recht markant erscheint uns der Höhenunterschied von ca. 800 m auf wenigen Kilometern zwischen der Donauebene (Standort 315 m ü. NN) und den höchsten Gipfeln des Vorderen Bayerischen Waldes (Einödriegel 1122 m ü. NN). Dieser grenzt sich durch den Pfahl (Aufbruchspalte einer geolog. Störungszone), der auf ca. 150 km die Erdkruste durchschneidet, und das tief eingeschnittene Regental vom Hinteren Bayerischen Wald (Arber 1456 m) ab. Während der Eiszeit waren die höchsten Erhebungen dieses Mittelgebirges von Gletschereis bedeckt und noch heute gibt es Gletscherseen (z.B. Großer und Kleiner Arbersee) und Moränenwälle. Der Bayerische Wald gehört zur Böhmischen Masse (kristallines Gestein, Granit, Gneis) und zählt neben dem Schwarzwald und den Vogesen zu den alten (Erdaltertum vor über 300 Mio. Jahren) Gebirgsmassiven, deren stark erodierter und abgetragener Rest sich unserem Auge erschließt. Kaum vorstellbar, das heutige Mittelgebirge war im Laufe von vielen Millionen Jahren bereits einmal Hochgebirge mit mehr als 5 000 m Höhe, andererseits war es vor der neuerlichen Hebung in den letzten 70 Mio. Jahren aber auch schon fast ganz eingeebnet.

 

 

 Die Klosterkirche Oberalteich liegt zwar nicht direkt an unserem Radweg, ist aber auf jeden Fall einen Besuch wert.

OberalteichPeterPaul

Die St. Peter und Paul geweihte Klosterkirche wurde 1622 bis 1630 nach Plänen des Abtes Vitus Höser neu erbaut. Die heutige, reiche Innenausstattung entstand vom späten 17. bis zum Ende des 18. Jahrhunderts. Lediglich die Eingangshalle besitzt noch den ursprünglichen Stuck aus der Zeit des Kirchenbaus. Der barocke Hochaltar stammt aus dem Jahr 1693. Aus der gleichen Zeit stammen die Seitenaltäre an den Freipfeilern des Mittelschiffs (auf den Emporen nach der Säkularisation entfernt). Aus Anlass der Tausendjahrfeier der legendären Erstgründung des Klosters im Jahr 731 wurde der Innenraum völlig neu gestaltet. Anstelle der ursprünglichen Stuckaturen und Fresken entstand ein umfangreicher Freskenzyklus. Die Fresken malte Joseph Anton Merz nach einem detaillierten Programm des Abtes Dominikus Perger. Sie schildern die angebliche Erstgründung und Wiedergründung der Abtei Oberalteich, ihre Leistungen auf dem Gebiet der Kunst und Wissenschaft sowie ihre Verdienste bei der Rekatholisierung der Oberpfalz im 17. Jahrhundert. Außerdem erhielten die Seitenkapellen neue Altäre.

Die ehemalige Klosterkirche wurde 1803 Pfarrkirche.
Quelle: Wikipedia

BbergPanorama

Der „Heilige Berg Niederbayerns“ kann eine beachtliche historische Vergangenheit aufweisen. Seit der Jungsteinzeit lässt sich auf seinem Bergrücken eine Besiedlung nachweisen. Sowohl als mittelalterlicher Herrensitz der mächtigen Grafen von Bogen (Herkunft des Bayerischen Rautenwappens 1204) als auch als ältester, der Legende nach im Jahre 1104 gegründeter und lange Zeit größter marianischer Wallfahrtsort ging er in die Geschichte ein. Weit über die Grenzen hinaus bekannt ist die Holzkirchener Kerzenwallfahrt. Nach einem zweitägigen Fußmarsch tragen kräftige Männer die 13 m lange Kerze (mit Wachs umwickelter Fichtenstamm) stehend zur Marienverehrung in die Wallfahrtskirche hoch.

 

LippwegAm östlichen Ortsende von Bogen (Nettomarkt, Steinmetz Kaiser) führt uns ein Wegweiser zum attraktivsten Anstieg auf den Bogenberg. Auf diesem Weg, erbaut 1939 von Franz Xaver Lipp und bestens präsentiert vom "Bergfex", wandern wir am donauseitigen Steilabbruch des „Heiligen Berges von Niederbayern“ durch ein einzigartiges Geotop (Geotop 96) und Naturschutzgebiet. Nur hoch spezialisierte Pflanzen und Tiere (z.B. Habichtskräuter, Küchenschelle, bedrohte Schmetterlings- und Heuschreckenarten, Schlingnattern) kommen als Lebenskünstler mit den extremen Bedingungen, wie Steilheit, starke Sonneneinstrahlung, Wind, Trockenheit, Nährstoffarmut Frost und Hitze zurecht. Auf felsigem Untergrund und teils steilen Stufen wandern Sie direkt auf dem Donaurandbruch entlang.
MarienfelsMassige Mylonit-Felsformationen (z.B. Marienfels, siehe Foto rechts) hängen manchmal bedrohlich über unserem Steig. Ihr Blick wandert ca. 50 Meter über den Prallhang, der durch Erosion der Donau herauspräpariert wurde hinunter zum Fluss. In Wirklichkeit aber stehen wir hier vor einem über 1300 m hohen Abgrund, denn so hoch ist der Bayerische Wald gegenüber seinem Vorland angehoben worden (Quelle: lfu.bayern).
Die Donau umschließt an dieser Stelle mit ihrem Seitenarm die Halbinsel „Auf der Wörth“. Selbst im Flussbett der Donau behindern unsichtbare Felsblöcke des Donaurandbruches die Schifffahrt und im Seitenarm ragt bei Niederwasser auf Höhe der Straßenabzweigung nach Bogen der sagenumwobene Marienstein (Anlandungsstelle der Gnadenmutter vom Bogenberg) aus dem Wasser.

Moosburner

 

Nach dem durchaus schweißtreibendem Aufstieg verlassen wir den Lippweg unmittelbar an "Zur Schönen Aussicht - Gasthaus Moosburner Zur schönen Aussicht".

 

 

 

 

 
 
Wir sollten aber auf keinen Fall den weiteren Anstieg zur Wallfahrtskirche - Spätgotische Hallenkirche 1463, Gnadenbild Maria in der Hoffnung - scheuen. Dieser wird wiederum belohnt mit einem herrlichen Ausblick auf die Donauebene und den Gäuboden.
Eine Panoramatafel (hinter den Verkaufshäuschen) erklärt die Alpengipfel vom Dachstein bis zum Wilden Kaiser.Von Zeit zu Zeit finden in der Wallfahrtskirche Konzerte mit herausragenden Künstlern statt, so etwa anl. Bluval 2007 - Aber: Nicht alle Browser können dieses youtube-Filmchen spielen ....
 

DSC 9558

 Jenseits der Donau erkennen wir den großen „Irlbacher Auenwald“ und die fruchtbare Ackerlandschaft des Gäubodens, auch als Dungau bezeichnet. Er ist das größte Lössbodengebiet Bayerns. Während der letzten Eiszeit wehten Stürme aus weitgehend vegetationsarmenLandschaften im Vorfeld der Gletscher viel kalkhaltigen Staub an, woraus sich dann eine bis zu sechs Meter dicke Löss-Schicht bildete. Wegen des sehr fruchtbaren Bodens wird dieser Landstrich die Kornkammer Bayerns genannt. Seit wenigen Jahren „erntet“ man im Gäuboden neben landwirtschaftlichen Produkten auch Elektrizität in z.T. riesigen Photovoltaikanlagen.

Ausdehnung: Die Breite des Gäubodens beträgt rund 15 km vom Fuße des Bayerischen Waldes bis zum tertiären Hügelland im Süden bei Landau. Längs der Donau erstreckt sich der Gäuboden von unterhalb Regensburgs bis zur Pleintinger Enge (Durchbruchstal der Donau bei Vilshofen) auf eine Länge von ca. 90 km mit Straubing als Zentrum.

Das Dörfchen Pfelling liegt lt. Google-Maps ziemlich in der Mitte der Radltour entlang des Donaurandbruches: Gesamtlänge ca 45 km, Gesamtfahrzeit 2,5 h, Strecke Helmberg-Pfelling 20 km, Fahrzeit 1:15 min. Also könnte in Pfelling - falls man nicht auf den Bogenberg geklettert ist und "Zur schönen Aussicht" eingekehrt ist - eine erste größere Rast eingelegt werden. Ein Gasthaus "Zum Donau-Ufer" gibt es, zurzeit allerdings nur als Pension betrieben. Ob man nach Anmeldung nicht doch eine kleine Brotzeit bekommen könnte, oder im Biergarten die mitgebrachte verzehren könnte? RePaLi will das klären und dann hier veröffentlichen. Vorab mal ein paar Bilder des Gasthofes und Kontaktdaten:

Fleischmann - Pfelling 23 - 94327 Bogen
Tel. 09422/2306 - Fax 09422/3180
Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! - http://www.zumdonauufer.de

Luftbild Gasthaus Alter Biergarten Schiff

 

 

 

 Bilder: Gasthaus zum Donauufer

 Für RePaLi ist aber auch ein Felsbrocken bemerkenswert:

HS Pfelling grun KopieHS Pfelling2018 Kopie"Die Sonne bringt es an den Tag" heißt es in einem bitterbösen Gedicht von Adelbert von Chamisso, aber in unserem Falle ist es nur ein "Hungerstein", der infolge der andauernden Sonnenhitze die Pegel der Donau sinken ließ, bis sogar der längst versunkene Zeuge des gewaltigen Bruches an der Grenze von Böhmischer Masse und Donauebene aus den Donaufluten auftauchte. Hermann Mayer, der von dem Felsbrocken wusste, gelang es, dass an seiner Oberfäche die Jahreszahl 2018 und eine Wasserline eingraviert wurden. (Bilder: Hermann Mayer)

Zwar ist der Felsbrocken Ende August 2018 wieder untergetaucht, aber vielleicht gelingt es mit einer Info-Tafel auf ihn und einige Daten des WSV zur Mess-Stelle Pfelling des Hochwassernachrichtendienstes Bayern hinzuweisen:

  

Zuständiges Amt: Wasserstraßen und Schifffahrtsamt Regensburg

Messstelle
Nr.: 10078000
Einzugsgebiet: 37.774,70 km2
Flußkilometer: 2.305,53 km
Pegelnullpunktshöhe: 308,16 m NN (DHHN12) 
Abfluss:
31.03.1845: 3990 m³/s
03.02.1862: 3490 m³/s
06.02.1850: 3220 m³/s
30.12.1882: 3120 m³/s
05.06.2013: 3110 m³/s
30.08.2018: 165 m³/s
langj. mittl. Abfluss:    456 m³/s
Pegel:
30.08.2018 Wasserstand: 240 cm
05.06.2013 Wasserstand: 898 cm
langj. mittl. Wasserstand: 406 cm 

 

 

 

 

 

 

Zum Schluss ein Bild, welches die Position des Pfellinger Hungersteins auch erahnen lässt, wenn er tief in den Donaufluten ruht: 

amDonaustrand Kopie


Bei den Geokoordinaten 48.874347, 12.754185 steht am Straßenrand ein Schifffahrtshinweisschild. Die Menschen am Donau-Ufer stehen etwa auf Höhe des Hungersteins. Bei einem Hochwasserstand wie 2013 wäre über ihren Köpfen noch etwa 5 m Wassersäule. Damals stand der höchste Wasserpegel nur mehr etwa 0,5 m unterhalb der Dammkrone. Die Fluss-Breite im August 2018 betrug etwa 100 m, im Juni 2013 etwa 400 m.Bildschirmfoto 2018 08 30 um 18.05.57

DonauHW NWDie durchströmte Fläche beträgt also bei NiedrigWasser etwa 100 m2, beim HochWasser 2013 bis zu (400x9)/2 = 1800  m2.
An all das sollte man denken, wenn man vom o. g. Hinweisschild aus auf den meist so ruhig dahin strömenden Donaufluss schaut.

Zeitldorf klein

Bei Zeitldorf wollen wir den Dammweg kurz verlassen und einen nur wenige Meter langen Abstecher zum Ufer der Donau einlegen. Der Donaurandbruch tritt hier am nördlichen Donauufer nochmals in Form von relativ kleinen Felsformationen ans Tageslicht, um aber sofort wieder in den Donaufluten unterzutauchen und am Donaugrund den Fluss zu queren.

Zeitldorf

 

Nur wenige Kilometer entfernt vom rechten Donauufer erhebt sich die Donaustörung wieder als imposantes, auffälliges Unikum über das Donautal. Als einzige Granit-„Insel“ südlich der Donau ragt der 65 m hohe Natternberg aus der Ebene des Gäubodens hervor. Ursprünglich gehörte der Natternberg zum Bayerischen Wald und ist das Relikt einer mittlerweile erodierten Spitze eines früher viel höheren Bergs. Als vor einer Million Jahren der Oberrheintalgraben entstand, brach auch der Natternberg von der Urgesteinsmasse ab und ermöglichte der Donau ihren heutigen Lauf zwischen dem Natternberg und dem Bayerischen Wald.

NatternbergEin letzter Höhepunkt wäre der Aufstieg zur Burgruine Natternberg - siehe "weiterlesen" - und anschließend beenden wir hier die Radtour am Donaurandbruch

Bildschirmfoto 2018 08 29 um 15.37.46Wie beim Start am Helmberg beschrieben könnten wir nun von Natternberg nach Plattling radeln, dort mit der der Bundesbahn zusammen mit den Rädern nach Straubing fahren und von dort ca 10 km - am besten über Parkstetten und Unterharthof - zum Startpunkt dieser Tour entlang des Donaurandbruches gelangen.

Aber, wie gesagt, bitte beachten:

Fahrräder können in den S-Bahnen und Zügen des Nahverkehrs ganztägig in den gekennzeichneten Abstellbereichen mitgenommen werden. Fahrräder werden generell nur dann befördert, wenn die vorhandenen Kapazitäten und die Platzsituation dies zulassen. In U-Bahnen, Straßenbahnen und Bussen kann es je nach Stadt/ Gemeinde zu Einschränkungen bei den Nutzungszeiten geben. SCHADE!

Wer den Rückweg tatsächlich per Bahn mit Radmitnahme nehmen möchte, für den wäre dann die Pizzeria und Trattoria "Don Camillo & Peppone" unmittelbar am Bahnhof Platlling gelegen zu empfehlen:

PlattlingAmBahnhof

Bahnhofplatz 9 - 94447 Plattling
Telefon: +49 09931 8958035
Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! 
Web: Don Cammilo e Peppone

Das italienische Lokal liegt unmittelbar neben DB Fahrkarten gelegen. Da findet sich dann bestimmt eine passende Verbindung.

 

 

 

Bildschirmfoto 2018 08 29 um 15.46.32Hier der Weg von Straubing zurück zum Helmberg über Parkstetten, Unterharthof, dann über die A3 drüber und gleich links in den Anbandweg der A3 zum Helmberg, dann Wiedenhof: 

 

Für den Aufstieg zum Natternberg: